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„Die Holzbiere“, amtierende Baden-Pfalz-Meister, vom SVK Karlsruhe Knielingen sorgen für Begeisterung. Foto: Eickhoff

Mit Pauken und Trompeten: So war die Prunksitzung der KGHO im CongressCentrum

Pforzheim. „Rücken Sie Ihrem Nachbarn näher auf die Pelle damit geschunkelt und gelacht werden kann“, das ließen sich die erschienenen Narren und Narrenesen am Samstagabend vom Moderatoren-Duo Präsident Mario Romeiko und Garde-Trainerin Andrea Leuze nicht zweimal sagen.

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Prunksitzung der KGHO Pforzheim im CCP

Neonfarbene Dannazäpfle

Mit Humor und Applaus und einem dreifachen „Pforze helau“ wurde die diesjährige Prunk- und Fremdensitzung der Karnevalsgesellschaft „Hochburg 1972“ (KGHO) gebührend eröffnet. Der erste Einmarsch unter Pauken und Trompeten war den neonfarbenen Dannazäpflen der Narrenzunft Schielberg mit ihrer heiteren Guggenmusik vorbehalten, die den großen Saal des Congress-Centrums wortwörtlich zum Beben brachten.

Mit fliegenden Röcken drehte sich der Gardenachwuchs, die Krümel der KGHO, auf der Bühne, sprangen in die Lüfte mit den Händen in den Hüften bis Jörg Augenstein in silberner Montur das Parkett betrat. Mit drei Auftritten bei drei verschiedenen Faschingsgesellschaften war der Kalender des Stadtrates und aktivem Mitglied der KGHO an diesem Abend prall gefüllt. Mit 1970er-Jahre-Hits wie „Fiesta Mexicana“ und „Du bist so heiß wie ein Vulkan“ heizte Augenstein den Saal erst einmal ein und ließ die Zuschauer mitschunkeln, bis er die Menge beim eigenen Song „Senorita Bonita“ von ihren Stühlen lockte und durch den Saal fegte.

Die Schenkelklopfer auf seiner Seite hatten auch „Daxlandens dümmster Bauer“ Günther Dohm und Büttenredner der KGHO, Marco Nonnenmacher als Till. So hallte aus Daxlandens Lippen der Schlachtruf der Beamten durch den Saal, ein langgezogenes, tiefes Schnarchen. Unter „Tills“ Rede hatte die Oststadtsanierung zu leiden „nebenbei ein bisschen Geheimniskrämerei“. „Da kann Pforzheim noch so schöner, wir wollen einfach unsere Döner“. Schlussfolgernd gab es anschließend für „alle verantwortlichen Posten, den närrischen Vollpfosten“. Einen pantomimischen Leckerbissen in sechs Gefühls-Stadien präsentierten die amtierenden Baden-Pfalz-Meister „Die Holzbiere“ vom SVK Karlsruhe Knielingen, während einer Schaudarbietung in Stoffsäcke gehüllt zeigten sich die „Old Stars“ vom TV Eutingen. In Synchronisation nicht zu überbieten waren die Grün-Weißen-Spatzen, während die „Dorlacher Schlumple und Auguste“ mit ihrer Clownskapelle das Publikum an den Händen nahmen und zur Musik die Verkleideten in Ekstase rissen.

In Nebel gehüllt, betraten auf rasselnden Sohlen und mit leuchtenden Augenhöhlen kurz vor Schluss die schaurigen Goldstadt-Rassler den Saal, spannten ihre Ketten und vollführten eine beeindruckende Darbietung auf der Bühne, die in der bekannten mehrstöckigen Pyramide endete. Musikalisch untermalte den Abend das Duo „Club 2“ (Werner Schnürle und Frank Ramseier) und ließ in der Pause die Gäste das Tanzbein schwingen. Einen fulminanten Abschluss bildeten die dezibelstarken Gugge Gaiße aus Kieselbronn und verabschiedeten die Fastnachtsgesellschaft nach fast vier Stunden in die späte Nacht.