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Weil sie ihren Nachbarn mit einer Spitzhacke bedroht hat, muss eine Rentnerin nun in eine Psychiatrie.
Weil sie ihren Nachbarn mit einer Spitzhacke bedroht hat, muss eine Rentnerin nun in eine Psychiatrie. © Symbolbild: dpa
17.03.2011

Mit Spitzhacke auf Nachbarn losgegangen: Frau muss in Psychiatrie

PFORZHEIM. Eine 59-jährige Rentnerin muss wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung laut Gerichtsbeschluss in ein psychiatrisches Krankenhaus. Sie gehört zu der steigenden Zahl psychisch Kranker in Pforzheim. Die Rentnerin war nach Aussagen ihres Hausnachbarn im Dezember 2009 ohne Grund mit einer Spitzhacke auf ihn losgegangen. Zuvor hatte sie bei sich selbst an der Eingangstür Sturm geläutet. Seit vielen Jahren schwellt zwischen den vier Eigentümer-Parteien im Haus ein Nachbarschaftskonflikt.

Richterin Christine Roschinski ordnete nach dem Landesunterbrinungsgesetz eine vorläufige Einweisung der Frau in eine Psychiatrie an. Die Richterin sah das Wohl der Hausnachbarn gefährdet. Das Landgericht muss jetzt über eine dauerhafte Unterbringung entscheiden. Die Verteidigerin legte Beschwerde ein.

Im Fall der angeklagten Rentnerin hatte sich bereits bei einem anderen Ereignis im September 2009 ein merkwürdiges und gefährliches Verhalten abgezeichnet. Auf die Markise in der unten liegenden Wohnung hatte sie Benzin gegossen, um sich zu wehren, wie sie sagte. Polizeibeamten gegenüber äußerte sie später, sie hätte sie auch anzünden wollen. Streichhölzer lagen im Garten. Sie kam direkt nach der Tat mit einem Verdacht auf eine Psychose in die Landespsychiatrie nach Hirsau – dieser Verdacht bestätigte sich aber nicht. Das Gericht in Calw hatte zunächst einen Unterbringungsantrag genehmigt. Auf eigenen Wunsch wurde sie dann einige Tage später entlassen. Dieser Prozess wurde damals gegen eine Geldbusse eingestellt.