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Bei dem Termin hat er wenigstens etwas zu lachen: OB Peter Boch (rechts) will die Kita-Krise schaukeln – wie hier mit Caritas-Chef Frank Johannes Lemke die Zwerge im Kinderhaus der Caritas an der Gustav-Rau-Straße. Foto: Ketterl
Bei dem Termin hat er wenigstens etwas zu lachen: OB Peter Boch (rechts) will die Kita-Krise schaukeln – wie hier mit Caritas-Chef Frank Johannes Lemke die Zwerge im Kinderhaus der Caritas an der Gustav-Rau-Straße. Foto: Ketterl
12.07.2018

Mit Standards gegen die Kita-Krise – Verfahren für die Trägerauswahl

Pforzheim. In der Pforzheimer Kita-Krise mit 1200 fehlenden Plätzen hat die Stadtpolitik wenig Neigung zu unkonventionellen Lösungen und neuen Kita-Trägern erkennen lassen: Bei einem gemeinsamen Termin mit OB Peter Boch erklärte Caritas-Chef Frank-Johannes Lemke, beide seien sich einig im Festhalten an den bisherigen Qualitätsstandards.

Ein Verfahren für die Trägerauswahl ist unter Mitwirkung der bisherigen großen Träger auf den Weg gebracht worden. Als erstes gemeinderätliches Gremium hat sich der Jugendhilfeausschuss mit einem so genannten Interessenbekundungsverfahren befasst, mit dem sich die Stadt ein Regelwerk für die Auswahl von Trägern gibt. Nicht so starr wie eine Ausschreibung, aber weniger beliebig als die bisherige freihändige Vergabepraxis – und an die Kriterien Referenzen, Fachlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Vielfalt gebunden.

Ein erster Versuch im März war nach Intervention von Trägern abgesetzt worden. In Gesprächen mit den konfessionellen Trägern und der Awo nahm die Stadt Veränderungen vor. So erfolgen die Bewertungen der potenziellen Kita-Träger künftig nicht nur durch die Fachleute des Rathauses. Offen ist aber, wer noch dabei sitzt. Und: Neue Träger mit neuem pädagogischen Konzept haben keine Pluspunkte mehr. Nachfragen von Anneliese Graf (CDU) und Jacqueline Roos (SPD) bezogen sich darauf, warum nur ein Teil der Träger beim Verfahren mitreden durfte. Antwort der Stadt: Man habe eben die Großen hinzugebeten. Für das Verfahren an sich gab es eine klare Mehrheit (18 Ja, zwei Enthaltungen).

Für Entspannung dürfte in Huchenfeld bald ein Naturkindergarten für Kinder über drei Jahre sorgen. Rund 20 Eltern haben im Rahmen einer Bedarfsanalyse Interesse an einer solchen Einrichtung bekundet. Damit könnte eine Betreuungsgruppe zustande kommen. Folglich will das Jugend- und Sozialamt die Pläne nun weiterverfolgen. Zunächst sollen mögliche Standorte für den vorgesehenen Bauwagen geprüft werden. Unklar ist zudem noch, wer die Trägerschaft übernehmen wird. Beginn des Betreuungsangebots könnte bereits im kommenden Frühjahr sein. Im benachbarten Hohenwart geht die Waldgruppe mit einem ähnlichen Konzept bereits im September an den Start. Daneben wird die Kindertagespflege Sonnenau, die zu Monatsbeginn in Huchenfeld gestartet ist, am Mittwoch, 25. Juli, offiziell eröffnet. Es ist die erste „Tapir“-Einrichtung in einem Stadtteil.

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