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Zur Bertha-Benz-Fahrt kommen jährlich zahlreiche Oldtimer Freunde nach Pforzheim.
Zur Bertha-Benz-Fahrt kommen jährlich zahlreiche Oldtimer Freunde nach Pforzheim.
28.12.2017

Mit dem Oldtimer die Bertha Benz Memorial Route entlang

1888 unternahm Bertha Benz heimlich mit dem von ihrem Mann Carl Benz konstruierten Motorwagen eine Überlandfahrt von Mannheim nach Pforzheim. Die Bertha Benz Memorial Route ermöglicht es heute, in die Fußstapfen der kühnen Dame zu treten und ist besonders bei Oldtimerfahrern beliebt.

Erinnerungen an eine mutige Frau

Damals hatte niemand außer Bertha Benz an den selbstfahrenden Wagen, den sich ihr Mann erdacht hatte, geglaubt. Für das dreirädrige Gefährt fanden sich keine Käufer und die Straße gehörte nach wie vor den Pferden. Um ihrem demotivierten Ehemann, aber auch den Kritikern zu beweisen, was in dem Automobil steckt, packte sie ihre beiden Söhne Richard und Eugen bei Nacht und Nebel in den Motorwagen und fuhr mit ihnen die 100 Kilometer lange Strecke von Mannheim nach Pforzheim. Mit Strumpfband und Haarnadeln reparierte sie das Fahrzeug unterwegs und wurde mit der Tour zur ersten Autofahrerin der Geschichte. Für ihre mutige Leistung bedurfte es mehr als ein Denkmal aus Stein, daher gibt es seit 2008 die Bertha Benz Memorial Route, die nicht nur an den Originalschauplätzen der damaligen Tour vorbeiführt, sondern auch durch eine der beliebtesten Ferienregionen in Deutschland.

Durch eine der schönsten Regionen Deutschlands

Die Route startet in Mannheim und führt über Feudenheim und Ilvesheim ins beschauliche Städtchen Ladenburg mit dem Automuseum Carl Benz und danach ins romantische Heidelberg. Hier muss Zeit für eine Stadtbesichtigung inklusive Schloss eingeplant werden. An Ausläufern des Odenwaldes vorbei geht es danach ins Weinbaugebiet Baden, unterwegs sollte nicht die Stadtapotheke in Wiesloch versäumt werden, wo Bertha Benz den ersten Tankstopp der Menschheitsgeschichte einlegte. Mit dem Schloss Bruchsal, dem Schloss Schwetzingen und seinem prachtvollen barocken Schlossgarten sowie dem Kloster Maulbronn liegen zudem zahlreiche kulturhistorische Denkmäler an der Route, die teils auf alten Römerstraßen verläuft. Wer sich dafür interessiert, was aus dem Erbe von Carl Benz geworden ist, kann außerdem einen Halt am Hockenheimring einlegen, auf der Formel 1- Strecke fahren und das Motorsportmuseum besuchen. Unterwegs lohnt es sich, nach Lust und Laune auszusteigen und einen Spaziergang durch Weinberge zu machen. Im Sommer laden die zahlreichen Kornfelder am Wegesrand zum spontanen Picknick ein. Die Tour endet in der Goldstadt Pforzheim im Nordschwarzwald, der Geburtsstadt von Bertha Benz. Die Rückfahrt erfolgt auf leicht abweichender Route durch den Kraichgau und die Oberrheinische Tiefebene sowie die Rheinauen entlang wieder zum Ausgangspunkt Mannheim.

Stilecht mit dem Oldtimer unterwegs

Besonders symbolträchtig ist es, die Route nicht nur mit einem Oldtimer abzufahren, sondern die "Jungfernfahrt" auf dieser historisch bedeutenden Strecke zu machen. Wer Interesse an einem Klassiker hat: Classic Trader verkauft Oldtimer und ist auch Marktplatz für ihren Oldie. Fahrer heute haben zwar nicht mehr mit denselben Hindernissen wie damals Bertha Benz zu kämpfen, doch zahlreiche rote Ampeln, Kreisverkehre, Fußgängerzonen und ungeduldige Autofahrer machen die Tour für Oldtimerliebhaber trotzdem zu einer Herausforderung. Nostalgiker finden auf der Tour auch kulinarisch, was das Herz begehrt. In Heidelberg bietet der "Europäische Hof" Luxushotellerie aus dem 19. Jahrhundert und in Karlsruhe lässt sich mit dem Oldtimer stilvoll in der "Villa Hammerschmiede" vorfahren, um ein Sieben-Gänge-Menü zu genießen.