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Pforzheim aus einer neuen Perspektive: Cornelia Huber stellt ihre Bilder in der Beratungsstelle bei Tom Handtmann aus.  Foto: Seibel 

Mit dem Smartphone und einem liebevollen Blick Pforzheimer Ansichten fotografiert

Pforzheim. Eine Kamera und Wechselobjektive hat Cornelia Huber nicht, genauso wie irgendeine Ausbildung zur Fotografin oder auch nur rudimentäres theoretisches Wissen. Alles Fehlanzeige. Dafür hat die 62-jährige Pforzheimerin etwas, das viel wichtiger ist: den richtigen Blick für Kompositionen, Licht und Stimmung. Eine Auswahl ihrer Fotografien, allesamt mit dem Smartphone aufgenommen, ist ab Freitag in der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und deren Familien im Melanchtonhaus zu sehen.

Es sind mehr als 60 Bilder, vornehmlich aus der Innenstadt und entlang der Flussufer, die gerahmt an den Wänden der Flure hängen und die noch eine Eigenschaft Cornelia Hubers sichtbar werden lassen: Der liebevolle Blick auf die Stadt, der, das muss man wohl sagen, allzu vielen Pforzheimern über die Jahre abhanden gekommen ist. „Die Stadt liegt wunderschön!“, sagt die gebürtige Mainzerin, die erst vor 15 Jahren aus Bauschlott nach Pforzheim gezogen ist. Direkt in die Innenstadt, wo sie „immer am Puls der Zeit“ lebt und durchaus Veränderungen, im Positiven wie im Negativen, wahrnimmt. Und doch erinnert sie sich, wie sie schon damals auf Skepsis und Ablehnung gegenüber der Stadt gestoßen sei.

Ihren liebevollen und zugewandten Blick hat sie sich dadurch nicht trüben lassen, und in den letzten Jahren, als die Kameras der Smartphones immer besser wurden, hat sie all die Ecken, Plätze und Fassaden, an denen sie täglich auf ihren Touren oder einfach nur dem Weg zur Arbeit vorbei kommt, aufgenommen: Die Schlosskirche und Herz Jesu, das Enzufer am Waisenhausplatz und der Stadtgarten, das Melanchtonhaus und das Industriehaus. Genauso wie der ultramoderne ZOB. Daß jemand die Goldstadt nicht mögen kann, nicht mögen will, ist für sie unerklärlich.

Bislang hat sie diese Bilder, mehrfach täglich, in den Sozialen Medien wie Facebook und Instagram gezeigt. Dass sie dort eine inzwischen gewachsene Fangemeinde um sich geschart hat, ist auch Tom Handtmann nicht verborgen geblieben. Der Psychologe und Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und deren Familien ist seit dem Umzug der Einrichtung ins Melanchtonhaus immer wieder auf der Suche nach Künstlern, die auf den weitläufigen Fluren ausstellen. Für Handtmann ist die gezeigte Kunst immer auch ein Anknüpfungspunkt, über die vielschichtige und oft komplexe Arbeit der Beratungsstelle zu informieren. Durch Hubers Bilder hätte er, selbst gebürtiger Pforzheimer, seine eigene Stadt noch einmal ganz neu kennengelernt.

Vernissage der Ausstellung Pforzheim – meine besonderer Blick auf die Stadt“ am Freitag, 11. Oktober, 17 Uhr, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und deren Familien, Melanchtonhaus. Besuchszeiten sonst: montags und freitags zwischen 12.30 und 14 Uhr.