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Mit gefälschten Rezepten hat ein junges Pärchen Wachstumspräparate ergaunert. Rund 200 Ampullen im Wert von etwa 150.000 Euro wurden bei einer Hausdurchsuchung gefunden. © dpa
21.04.2010

Mit gefälschten Rezepten Hormonpräparate ergaunert

PFORZHEIM/ENZKREIS. Wie die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen erst jetzt mitteilt, konnten Beamte bereits vergangenen Mittwoch eine 22-Jährige und ihren 24-jährigen Lebensgefährten aus Freudenstadt festnehmen, nachdem sie in einer Pforzheimer Apotheke gefälschte Rezepte vorlegten. Die dadurch ergaunerten Hormonpräparate beziehungsweise Wachstumshormone möglicherweise im Wert einer sechsstelligen Summe sollen von den mutmaßlichen Betrügern übers Internet verkauft worden sein.

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Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass die Frau bereits Anfang des Jahres 2010 eine Vielzahl von Blanko-Rezepten in einer Arztpraxis im Raum Calwer entwendete. Diese Rezepte wurden mit dem PC beschriftet und mit Verschreibungen von Hormonpräparaten und Wachstumshormonen versehen. Die so erlangten Medikamente wurden danach über das Internet verkauft. Diese Präparate muss man sich als Dopingmittel vorstellen - zum Beispiel für Bodybuilder, die einen schnellen Muskelaufbau provozieren wollen. In dieser Szene gibt es immer wieder Probleme mit illegalen Präparaten, die unkontrolliert im Ausland hergestellt werden und verunreinigt sind, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann.

Bei den Apotheken-Besuchen führte die 22-jährige Frau teilweise ihr vier Wochen altes Kind mit. Die im Anschluss an die Festnahme erfolgte Durchsuchung des Fahrzeuges und der Wohnung in einem Freudenstadter Ortsteil führte zum Auffinden von weiteren Rezeptformularen sowie von Hormonpräparaten in Form von Ampullen, die einen Sachwert in Höhe von rund 150.000 Euro aufwiesen. Eine Ampulle hat in etwa einen Wert von 770 Euro.Wie viele Ampullen bereits übers Internet verkauft wurden, ist noch unklar. Die Polizei geht davon aus, dass der Betrug aus reiner Geldnot inszeniert wurde.

Die Frau und ihr Lebensgefährte wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen auf freiem Fuß gesetzt, da keine Haftgründe vorlagen. Da die gefälschten Rezepte in verschiedenen Apotheken im Bereich Pforzheim, Enzkreis und Calw eingereicht wurden, geht die Polizei davon aus, dass es noch weitere geschädigte Apotheken gibt, die der Polizei bisher nicht bekannt sind. Daher werden die Apotheken, die solche Bestellungen und Rezepte für Hormonpräparate entgegennahmen, gebeten, sich bei der Polizei unter Telefeon (07231) 186-4302 zu melden. pol

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