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„Heinrichs Vasallen“ im Wildpark (von links): Alisdair McTyre, der im richtigen Leben Alexander Salakat heißt, zeigt dem elfjährigen Pforzheimer Maxi und Frederik (9) aus Stuttgart seine Schmiedekunst. Tilo Keller
„Heinrichs Vasallen“ im Wildpark (von links): Alisdair McTyre, der im richtigen Leben Alexander Salakat heißt, zeigt dem elfjährigen Pforzheimer Maxi und Frederik (9) aus Stuttgart seine Schmiedekunst. Tilo Keller
Nikol (7) aus Neuenbürg entfernt unter der Anleitung von Winfried Franz, dem Vize des Bienenzüchtervereins, die Deckel von Bienenwaben.
Nikol (7) aus Neuenbürg entfernt unter der Anleitung von Winfried Franz, dem Vize des Bienenzüchtervereins, die Deckel von Bienenwaben.
05.06.2017

Mittelalterleute sorgen im Wildpark für Aufsehen und gewähren Einblicke

Im Wildpark waren am ersten Juniwochenende wieder einmal außergewöhnliche Begegnungen möglich. Unter dem Motto „Fleißiges Bienchen trifft Wildpark“ war der Bienenzüchterverein Pforzheim im Ewald-Steinle-Haus zu Gast, und wenige Schritte weiter hatten Heinrichs Vasallen unter dem Motto „Mittelalter trifft Wildpark“ ihr Lager aufgeschlagen.

Konzentriert löste die neunjährige Christina und ihre siebenjährige Freundin Nikol aus Neuenbürg mit einem Spezialwerkzeug die Deckel von den Honigwaben. Fleißige Bienen hatten die Waben gefüllt, so dass nun der Honig zur Ernte anstand.

„Ich habe schon einmal im Fernsehen gesehen, wie Honig rausgemacht wird“, erklärte Christina. Unter der Anleitung der Pforzheimer Bienenzüchter konnten Kinder bei der Arbeit eines Imkers selbst Hand anlegen und nebenbei vieles über die nützlichen Insekten erfahren.

Der Bienenzüchterverein Pforzheim, der in den zurückliegenden Jahren großen Zulauf erfahren hat und derzeit 220 Mitglieder zählt, kommt jeweils im Juni, Juli und August in den Wildpark, um einen Einblick in die Imkertätigkeiten zu geben. Von Winfried Franz, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, erfuhren Interessierte, dass die Sommerbienen lediglich 35 bis 45 Tage leben und nur die Winterbienen eine längere Lebenszeit haben, um die kalte Jahreszeit zu überdauern.

Besonders beliebt bei den Kindern war die Bedienung der Honigschleuder, so dass immer wieder mit Eifer die Kurbel des handbetriebenen Geräts in Bewegung gesetzt wurde. „Wir sind hier, um den Leuten ein Aha-Erlebnis zu bieten“, erklärte Franz. „Honig kann man nicht nur im Supermarkt kaufen, da gehört mehr dazu.“

Mittendrin im Lagerleben

Aufgeweckte Kinder stießen auf ihrem weiteren Weg durch den Wildpark auch auf das Lager von Heinrichs Vasallen. Die Interessengemeinschaft aus dem Raum Karlsruhe war bereits im fünften Jahr mit ihren mittelalterlich anmutenden Zelten zu Gast im Wildpark. „Dieses Mal haben wir auch eine Schmiede dabei“, machte Torsten Ulrich aufmerksam. Der Klang von Hammer und Ambos lockte immer wieder neugierige Besucher an, die das Lagerleben bestaunten.

Zu sehen gab es stattliche Schwerter und Äxte, wobei auch die mühselige Arbeit zur Herstellung von Kettenschutzausrüstung demonstriert wurde. Mancher warf auch einen neugierigen Blick in die Zelte oder in die Kochtöpfe. Die jüngsten Besucher nutzten die Gelegenheit, beim Rösten von Stockbrot über dem offenen Feuer, selbst ein wenig in das Lagerleben einzutauchen.