20200110 Staudenbeet Bahnhofsvorplatz
Das Beet am Bahnhofsvorplatz wurde neu gestaltet. 

Modern und klimafreundlich: Stadt hat Mittelinseln in der City neu gestaltet

Pforzheim. Im Zuge des Umbaus der Luisenstraße und des Bahnhofsvorplatzes hat die Stadt Pforzheim auch die angrenzenden Mittelinseln neu gestaltet. Dazu wurden die verunkrauteten Rasenflächen und verwilderten Gehölzbestände entfernt, die bestehende Baumreihe durch zusätzliche Bäume ergänzt.

Wie die Stadt in einer Pressemitteilung bekanntgab, hat das Grünflächen- und Tiefbauamt im Sinne der ökologischen Vielfalt und der optischen Aufwertung die Mittelinseln mit einer modernen und attraktiven Staudenmischpflanzung bepflanzt. Die Pflanzung lässt dabei, je nach Jahreszeit, ein sich veränderndes, neues Bild entstehen, das dem Auge immer wieder neue Entdeckungen bietet. Zudem ist so für Insekten nahezu das gesamte Jahr Nahrung zu finden.

Experten erarbeiten Bepflanzungskonzept

Diese Art der Bepflanzung wurde von Staudenexperten in den letzten 20 Jahren entwickelt und etabliert. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Pflanzung ist sehr robust, ganzjährig attraktiv und kommt mit extremen Trockenstandorten hervorragend zurecht, was den Pflegeaufwand auf ein Minimum reduziert. Damit das Ganze allerdings funktioniert, benötigen die Pflanzen einen ganz bestimmten Aufbau ihres Lebensraums. Ein mageres Staudensubstrat und eine dicke Mulchschicht aus gebrochenem Steinmaterial. Die Pflanzen entwickeln sich in dieser Splittschicht besonders gut, Wasser wird besser gespeichert und Unkraut kann sich nur schwer ausbreiten. Auf jedem Quadratmeter befinden sich rund zehn hochwertige Pflanzen. Bereits im zweiten Standjahr ist die Bepflanzung so dicht, dass von der aufgebrachten Mulchschicht nur noch wenig zu sehen sein wird.

Herbst und Winter optimaler Zeitpunkt

Das derzeitige Erscheinungsbild lässt sich bei einer Neuanlage nicht vermeiden, ist allerdings jahreszeitlich bedingt, da die Pflanzen so kurze Zeit nach der Neuanlage der Beete kaum Wachstum hinter sich haben. Der Zeitpunkt der Pflanzung wurde bewusst gewählt und ist für eine optimale Entwicklung notwendig: Nur im Herbst/Winter lassen sich zusammen mit den Stauden tausende Blumenzwiebeln in den Boden bringen, die bereits im zeitigen Frühjahr für frühe, blühende Blickfänge sorgen. Keinesfalls also ist die Bepflanzungsart mit sogenannten Steingärten zu verwechseln.

Viele Städte und Gemeinden verwenden Staudenmischpflanzungen bereits seit mehreren Jahren mit großem Erfolg, etwa Büdingen (Wetteraukreis), dessen Bepflanzungen bereits prämiert worden sind, Heimsheim, Lahr oder Baiersbronn. In Pforzheim hat das Grünflächen- und Tiefbauamt bereits seit 2016 eigene Versuchsflächen, die sich mit Staudenmischpflanzungen beschäftigen. Eine der ersten Flächen befindet sich unmittelbar vor dem Grünflächen- und Tiefbauamt in der Eutinger Straße 4.

20200110 GTA Eutinger Straße - 3 - 2017-05
Die Bepflanzung an der Eutinger Straße.
20200110 GTA Eutinger Straße - 2 - 2017-02
Auch hier ein Blick auf die Eutinger Straße.
20200110 GTA Eutinger Straße - 4 - 2017-09
Diese Bepflanzung ist besonders attaktiv für Insekten.