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Außergewöhnlich: Der dänische Sänger Asbjørn tritt bei der Schau auf. Foto: Seibel
Ungewöhnlich: Wo sonst Autos parken, präsentieren Models die Kollektionen der hiesigen Studierenden. Foto: Seibel
16.07.2016

Modestudenten verwandeln Sparkassen-Parkhaus in einen Laufsteg

Sie kommen langsam die Auffahrt vom darunterliegenden Parkdeck hinauf, biegen nach rechts ab, kehren dann am Ende des Flurs wieder um und kommen zurück. Den Blick permanent starr nach vorne gerichtet. Auf ihrem Weg passieren sie ein leuchtendes Schild mit der Aufschrift „Ausfahrt“. Statt Autoreifen berühren teils nackte Fußsohlen den Betonboden. Und wo sonst Fahrzeuge in Parklücken stehen, sitzen Zuschauer auf Bierbänken und beobachten die Models, die die kreativen Abschlusskollektionen der Modestudenten an der Fakultät für Gestaltung an diesem Freitagabend im Sparkassen-Parkhaus präsentieren.

Bildergalerie: Studentische Modenschau im Pforzheimer Sparkassen-Parkhaus

Rund 50 Studierende – darunter zehn Absolventen – zeigen ihr Können in ganz unterschiedlichen Kreationen. Da kommen Baseballschläger, Garnrollen und laut klingende Kuhglocken zum Einsatz. Alle Semester haben sich in ihren Arbeiten mit Skandinavien auseinandergesetzt.

Auf Minimalismus setzt Edith Forizs mit ihrer Kollektion „Less“. Sie hat gleich ganz auf Grundschnitte verzichtet und die Kleider aus einem einzigen viereckigen Stück Stoff genäht. Die Reduktion schafft klare, schnörkellose Linien. Bei Anna Buttler hingegen verschwimmen die Übergänge zur Traumwelt. Die Absolventin verwendet für ihre Kollektion „Halblicht“ dunkle Farbtöne, die die Schattenwelt symbolisieren sollen. Bizarr wirken zusätzlich aufgesetzte Ärmel und Jacken, die von den Schultern rutschen. Angelehnt an den Schlafanzug, der sich über Nacht verschiebt, sind Träger verdreht.

Auch bei Hannah Mayers Kreationen sind die Schulterpartien zentrales Element. Sie sind nach unten gezogen. Zusammen mit Kragen, die dem Träger die Luft nehmen, setzt die Studentin mit „28/7“ den Zustand von Crystal-Meth-Abhängigen gestalterisch um, die mit der Droge einen übertriebenen Selbstoptimierungswahn leben. Auf Langlebigkeit hingegen setzt Studentin Theresa Leimgruber. Sie orientiert sich an Arbeiterkleidung. So finden sich strapazierfähige Materialien in ihrer Kollektion „wilderness“. Die Kleidungsstücke bieten viel Bewegungsfreiheit. Kaum voran hingegen kommt ein männliches Model – der von Isabelle Schmitt entworfene Rock lässt nur kleine Schritte zu.

In großen Schritten tanzt der dänische Sänger Asbjørn durch die Reihen der Models, die zum Abschluss der Show noch einmal alle gemeinsam über das Deck laufen. Der Künstler ist der Einladung der Studenten gefolgt und begeistert das Publikum mit seinen Glam-Pop-Nummern. Eine davon, „Scandinavian Love“, war Inspirationsquelle für das zweite Semester.

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