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Wohin mit dem Wasser?  Nachbarn des geplanten XXXLutz-Standorts fürchten, nach starken Regenfällen sei ein vollständiger Abfluss in die Kanalisation  nicht gewährleistet.
Wohin mit dem Wasser? Nachbarn des geplanten XXXLutz-Standorts fürchten, nach starken Regenfällen sei ein vollständiger Abfluss in die Kanalisation nicht gewährleistet.
17.03.2008

Möbelhaus lässt auf sich warten

PFORZHEIM. Der Möbelhändler Lutz/Neubert kann immer noch nicht mit dem Bau seiner Pforzheimer Niederlassung beginnen. Laut Rathaus liegt bislang kein vollständiger Bauantrag vor. Es gibt weiter Probleme mit Nachbarn.

Das Baurecht ist ein kompliziertes Gebilde. Und bevor ein Unternehmen irgendwo eine größere Niederlassung errichtet, gilt es so manches abzuklären. Was die österreichisch-deutsche Möbelhandelskette Lutz/Neubert (XXXLutz) an der Kieselbronner Straße nahe der A 8-Auffahrt Pforzheim-Nord plant, ist ohne jede Frage eine größere Niederlassung.

Nach langem Hin und Her und einem schwierigen Genehmigungsverfahren sahen die Pläne des Unternehmens vor, 27 500 Quadratmeter Verkaufsfläche und rund 130 Arbeitsplätze zu schaffen. Das entsprach den Vorgaben des Regierungspräsidiums, und der Pforzheimer Gemeinderat verabschiedete schließlich am 18. Dezember 2007 den Bebauungsplan für das Areal.

Parkplätze als Knackpunkt

Alles klar also? Keineswegs. Nachdem benachbarte Unternehmen bereits im Bebauungsplanverfahren Einwände gegen das Möbelhaus geäußert hatten, weil die Ansiedlung eines solchen Kaufhauses inmitten produzierender Betriebe eine Verschärfung der Umweltschutzbestimmung nach sich ziehen könnte und somit die bereits ansässigen Betriebe in ihrer Existenz treffe, gibt es nun erneut Vorbehalte der Nachbarschaft. Wieder geht es, wie zu hören ist, um Umwelt-Aspekte. Konkret: Um Bodenversiegelung. Und zwar angesichts der entstehenden Parkplätze rings um das Möbelhaus. Umstritten ist offenbar, inwieweit bei starkem Regen der Abfluss der Wassermassen von dieser glatten, dichten Oberläche gewährleistet ist oder ob es zu einer Überflutung auch der Nachbarn kommt.

„Das Dach ist begrünt“

Auf Nachfrage räumt auch Pforzheims Baubürgermeister Alexander Uhlig ein, nicht völlig auszuschließen zu können, dass Nachbarn juristisch gegen die Planung vorgehen. Das würde dann möglicherweise zu weiteren Verzögerungen führen. Das Gebäude selbst ist offenbar außen vor und bietet unter Versiegelungsaspekten keinen Anlass zur Sorge. „Das Dach ist begrünt“, sagt Uhlig dazu. Wobei die städtische Bauverwaltung mit den Plänen des Möbelhauses ohnehin keine Probleme hat und die Bedenken der Anlieger nicht teilt. „Aus unserer Sicht ist alles geklärt“, sagt der Baubürgermeister.

Der Investor habe die Entwässerungsproblematik ordentlich und sauber aufgearbeitet. „Es ist von uns geprüft, wir sehen das als ordnungsgemäß an“, so Uhlig. Dennoch seien als Folge von Einwendungen Dritter juristische Schritte denkbar. Die verkehrstechnische Anbindung des Möbelkaufhauses an die Kieselbronner Straße, die dem Vernehmen nach auch noch nicht abschließend geklärt ist, sei demgegenüber kein Problem, das die Stadtverwaltung betreffe.

Unterlagen nicht vollständig

Die Stadt kann dem Investor erst dann einen positiven Bescheid geben, wenn der seinen Bauantrag vervollständigt hat. Das ist unter den gegebenen Umständen nicht der Fall. Eingereicht worden sei der Antrag im April 2007, er werde derzeit bearbeitet, so Uhlig, aber die Antragsunterlagen lägen eben noch nicht komplett vor. Mit dem von Lutz/Neubert bei früheren Gelegenheiten ins Auge gefassten Eröffnungstermin zum Spätherbst 2008 wird es jedenfalls bei einer prognostizierten Bautätigkeit von acht bis zehn Monaten äußerst eng. Das Unternehmen selbst beantwortet momentan keine Fragen zu seinem Zeitplan.