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23.09.2011

Monika Müller seit einem halben Jahr Bürgermeisterin

In der Pforzheimer Kommunalpolitik und bei den Freien Trägern wird mittlerweile offen über die Arbeit von Sozialbürgermeisterin Monika Müller (SPD) diskutiert. Öffentlich äußerte der CDU-Fraktionsvorsitzende Florentin Goldmann die schärfste Kritik: Er vermisst Konzepte. Beim Sozialentwicklungsplan, den die CDU will und weswegen sie überhaupt der Wahl einer Sozialbürgermeisterin zugestimmt hatte, habe er von Müller einen zeitlichen Horizont und die Benennung eines federführend Verantwortlichen in der Stadtverwaltung verlangt.

"Ich habe noch nichts gesehen außer Bekundungen", so Goldmann. Zudem achte sie zusehr darauf, für sich die üblichen Bürozeiten nicht zu überschreiten, offenbar angesichts ihrer familiären Situation als Mutter dreier kleiner Kinder, sagte Goldmann weiter. So könne man ein so großes und wichtiges Dezernat nicht führen. Weitere Kritiker beklagten zu geringe öffentliche Präsenz. Dies stimme nicht, heißt es aus der SPD-Fraktion. Man dürfe sie nicht mit der Omnipräsenz ihres Vorgängers Gert Hager vergleichen. Auch Müller selbst wies darauf hin, dass sie ein anderer Typ sei. "Ich will gute Sozialpolitik machen",sagte sie. Das hänge nicht davon ab, ob sie bei jedem öffentlichen Termin dabei sei. Den geforderten großen Wurf wolle sie gründlich mit den freien Trägern erarbeiten. Von Diakonie-Chefin Sabine Jost erhielt Müller dabei Rückendeckung: Müller informiere sich gründlich und höre gut zu, bevor sie eine Entscheidung treffe. Sie werde zusehends sicherer. "Es muss sich etwas tun", sagte Jost, aber Müller wisse dies und arbeite daran. "Sie muss jetzt Schwerpunkte setzen, aber das macht sie ja auch."