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Polizeitaucher haben in der Enz nach persönlichen Gegenständen des getöteten Martin S. aus Hohenwart gesucht. Foto: PZ-Archiv/Moritz
Polizeitaucher haben in der Enz nach persönlichen Gegenständen des getöteten Martin S. aus Hohenwart gesucht. Foto: PZ-Archiv/Moritz
05.07.2019

Mord an Pforzheimer Schmuckkändler: Staatsanwalt geht von Habgier aus

Pforzheim. 120 Spuren verfolgt die Soko „Brosche“ im Fall des getöteten Schmuckhändlers Martin S. Die Suche in und an der Enz hat allerdings keine Erkenntnisse gebracht. Zwei Wochen ist es mittlerweile her, dass die verkohlte Leiche von Martin S. aus Pforzheim-Hohenwart im Elsass gefunden worden war. Einige Antworten hat die Sonderkommission „Brosche“ in der Zwischenzeit – doch noch immer sind viele Fragen offen.

Was war die Todesursache?

Das schriftliche Obduktionsergebnis liegt laut Polizei noch nicht vor. Zur Todesursache könne deshalb noch nichts gesagt werden – also auch nicht zu einer möglichen Tatwaffe. Die verkohlte Leiche von Martin S. war am Samstag, 22. Juni, in einem Waldstück im elsässischen Örtchen Soultz-sous-Forêts gefunden worden. Die Obduktion, an der Pforzheimer Kriminaltechniker teilnehmen konnten, war am Mittwoch danach von Gerichtsmedizinern in Straßburg vorgenommen worden. Im Rahmen der internationalen Rechtshilfe konnten Ermittler am vergangenen Donnerstag vor Ort Einblick in die französischen Ermittlungsakten nehmen.

Wo wurde Martin S. getötet?

Der Tatort wird laut Polizei in Pforzheim vermutet. „Die Ermittlungen hierzu dauern noch an“, heißt es. Der 57-Jährige war Nachmittag des Freitags, 21. Juni, zuletzt in der Stolzestraße gesehen worden. Sein Fahrzeug, ein schwarzer Golf, wurde an der Abnobastraße gefunden.

Was war das Motiv des Tatverdächtigen?

Der inhaftierte 36-Jährige macht nach wie vor keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft geht vom Mordmerkmal der Habgier aus. Der Tatverdächtige – genauso wie das Opfer – sind in der Schmuckbranche tätig und hatten geschäftliche Beziehungen.

Gibt es Hinweise auf weitere Täter?

Die Ermittler prüfen nach Polizeiangaben auch, ob möglicherweise weitere Personen an der Tat beteiligt gewesen sein könnten.

Was hat die Suche an und in der Enz ergeben?

Es wurden keine „für die Ermittlungen relevanten Gegenständen“ gefunden. Die Suchmaßnahmen waren von Dienstag bis Donnerstag dieser Woche mit Unterstützung des Polizeipräsidiums Einsatz, der Bereitschaftspolizeidirektion und Tauchern der Wasserschutzpolizei in den Bereichen Altstädter Brücke und Emma-Jaeger-Steg vorgenommen worden (die PZ berichtete). Ziel war es gewesen, persönliche Gegenstände des Opfers zu finden.

Hat die Polizei Spuren?

Die Sonderkommission „Brosche“ geht laut Polizei aktuell 120 Spuren nach. Zeugenhinweise zum schwarzen Golf seien zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht eingegangen. Sollten Zeugen aber Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Opfer oder mit dem an der Abnobastraße abgestellten Golf gemacht haben, werden diese weiterhin gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst, telefonisch unter (0721) 6660, zu melden.

Ab welchem Zeitpunkt wurde von einer Straftat ausgegangen?

Nach Eingang der Vermisstenmeldung wurde die Ermittlungsgruppe „Brosche“ gebildet, die zunächst in alle Richtungen ermittelt hat, so die Polizei. Im Vordergrund sei dabei das Auffinden des Vermissten gestanden. Nachdem sich die Hinweise auf ein Kapitaldelikt verdichtet hatten, sei am 26. Juni die Sonderkommission „Brosche“ eingerichtet worden.