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An dieser Querungshilfe an der Deimlingstraße erfasste ein BMW-Fahrer einen Mountainbiker, der lebensgefährlich verletzt wurde. Der BMW-Fahrer flüchtete, stellte sich aber tags darauf bei der Polizei.
An dieser Querungshilfe an der Deimlingstraße erfasste ein BMW-Fahrer einen Mountainbiker, der lebensgefährlich verletzt wurde. Der BMW-Fahrer flüchtete, stellte sich aber tags darauf bei der Polizei. © Hauser
18.12.2017

Mountainbiker umgefahren: Flüchtiger BMW-Fahrer stellt sich der Polizei

Pforzheim. Einen schnellen Ermittlungserfolg konnte am Wochenende das Verkehrskommissariat Pforzheim verzeichnen. Der mit Hochdruck gesuchte BMW-Fahrer, der in der Nacht zum vergangenen Freitag bei einem Verkehrsunfall an der Deimlingstraße einen 33 Jahre alten Radfahrer lebensgefährlich verletzte und anschließend flüchtete, stellte sich tags darauf der Polizei. Der Unfallwagen konnte sichergestellt werden.

Ermittlungen des Verkehrskommissariats hatten zuvor ergeben, dass es sich bei dem gesuchten 3er-BMW um einen Typ der E46-Baureihe (Baujahr März 1998 bis Februar 2005) handeln müsse. Nach den Unfallspuren gingen die Beamten davon aus, dass am stahlblauen Crashfahrzeug das linke Luftgitter und der rechte Außenspiegel fehlen müssten. Über 300 in Frage kommende Fahrzeuge wurden zuvor ins Visier der ermittelnden Beamten einer kurzfristig eingerichteten zehnköpfigen Ermittlungsgruppe beim Verkehrskommissariat Pforzheim genommen. Routinemäßig wurden mit mehreren Teams Werkstätten verständigt und aufgesucht, Tankstellen auf relevante Kameraüberwachungen und Blitzereinrichtungen auf Geschwindigkeitsverstöße hin kontrolliert. Über 50 priorisierte Halteranschriften konnten bereits überprüft werden, wobei auch die Wohnanschrift des später zur Einsicht gekommenen BMW-Halters dreimal erfolglos aufgesucht wurde, bevor dieser am Samstag, gegen 16 Uhr, freiwillig bei der Polizei seine Unfallfahrt eingestand.

„Letztlich dürfte wohl der Fahndungs- und Ermittlungsdruck auf den 25-Jährigen zu groß geworden sein, sodass sich dieser den Ermittlungsbehörden stellte und hierbei seine Fahrereigenschaft zum Unfallzeitpunkt einräumte“, erklärte ein Polizeisprecher. Zu diesem Druck würden auch die Kommentare in den Sozialen Medien beitragen. So erreichte zum Beispiel der erste Facebook-Post von PZ-news rund 37.300 Menschen. 307 Mal wurde der Beitrag auf Facebook geteilt, 85 PZ-news-Leser reagierten zumeist mit einem „Wütend-“ oder einem „Weinen-Like“.

Der aus Pforzheim kommende Unfallfahrer macht von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und lässt sich von einem Anwalt vertreten. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Pforzheim wurden sowohl sein Führerschein als auch der zuvor gesuchte Unfallwagen beschlagnahmt. Das Fahrzeug weist die in den veröffentlichten Polizeimeldungen bereits beschriebenen Unfallbeschädigungen auf, die mit dem Unfallgeschehen übereinstimmen dürften.

Auf Höhe des Parkhotels hatte ein 33-jähriger Mountainbikefahrer kurz nach Mitternacht vom Parkhotel kommend die Deimlingstraße überquert, um in die gegenüberliegende Emma-Jäger-Straße zu fahren. Ein von der Kreuzstraße in Richtung Stadtmitte fahrender BMW-Fahrer hatte den Radfahrer wohl zu spät gesehen und diesen mittig mit seinem Auto erfasst . Der Radfahrer blieb etwa einen Meter neben der Fahrbahn auf dem Gehweg schwer verletzt liegen. Das Mountainbike wurde durch die Wucht des Aufpralls etwa 20 Meter nach rechts in die dortigen Parktaschen geschleudert. Nach bisherigen Ermittlungen des Verkehrskommissariats Pforzheim soll der BMW-Fahrer kurz bei den Parkplätzen angehalten haben, dann aber mit quietschenden Reifen um 0.10 Uhr in Richtung Innenstadt davongefahren sein. Ohne auszusteigen, ließ er den schwer verletzten Radfahrer einfach zurück. Dieser trug keinen Fahrradhelm und wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, wo er in der Nacht noch notoperiert werden musste.

Neben mehreren Knochenbrüchen hatte der Radfahrer einen Schädelbasisbruch mit Hirnblutungen erlitten. Nach der Notoperation ist er inzwischen außer Lebensgefahr und wieder auf dem Weg der Besserung.

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Isis
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Gute Arbeit! Sehr aufwendig. mehr...