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Der Haftbefehl gegen zwei Pforzheimer wurde bei der Verhandlung im Amtsgericht am Mittwoch von Richter Oliver Weik außer Vollzug gesetzt.
Der Haftbefehl gegen zwei Pforzheimer wurde bei der Verhandlung im Amtsgericht am Mittwoch von Richter Oliver Weik außer Vollzug gesetzt.
05.04.2017

Mutmaßliche Pforzheimer Dealer wieder auf freiem Fuß

Pforzheim. Ein 30-Jähriger und ein 22-Jähriger aus Pforzheim müssen sich wegen Drogenhandels in der Goldstadt und deren Umfeld weiterhin vor Gericht verantworten. Der Haftbefehl vom 21. Oktober 2016 wurde bei der Verhandlung im Amtsgericht am Mittwochvormittag von Richter Oliver Weik außer Vollzug gesetzt. Beide Angeklagte sollen Kautionen erbringen, um aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden, und wöchentliche Meldeauflagen bei der Polizei erfüllen. Im November wird das Verfahren dann fortgesetzt.

In fünf Fällen wird den zwei Deutschen unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen vorgeworfen, in zwei Fällen gewerbsmäßiger, unerlaubter Handel mit Rauschgift. Wie Staatsanwalt Dominik Franzki verlas, hätten die Angeklagten seit Juni 2016 gemeinschaftlich gehandelt. Maxim S. (Name geändert), 1987 in Kasachstan geboren, ledig und Student, wurde von Rechtsanwältin Susanne Burkhardt verteidigt. Ihm wurde eine Kaution in Höhe von 5000 Euro auferlegt. Peter N. (Name geändert), 1995 in Pforzheim geboren und von den Rechtsanwälten Andreas Baier und Mona Hammerschmidt vertreten, muss eine Kaution von 15 000 Euro erbringen.

Die beiden zuletzt in Pforzheim wohnhaften Beschuldigten sollen insgesamt mehr als zwei Kilogramm Marihuana, ein Kilogramm und zweimal 100 Ecstasy-Tabletten sowie zirka 800 Gramm Amphetamin (MDMA) veräußert haben. Die Betäubungsmittel seien überwiegend in einem Kühlschrank in der Pforzheimer Wohnung von Maxim S. gelagert worden. An verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeitpunkten sollen diese an Abnehmer verkauft worden sein, in der Karl-Friedrich-Straße zum Beispiel oder auf dem Parkplatz zwischen der Germania- und der Neßlerstraße. Wer mit Drogen in nicht geringen Mengen handle, wolle wirtschaftlichen Gewinn erzielen, sagte Bernhard Ebinger, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Pforzheim. Diese Tat werde als Verbrechen eingestuft. Bei Marihuana liege der Wert zum Beispiel bei 10 000 Euro für ein Kilogramm. Auch wer wiederholt kleinere Mengen veräußere – mit der Absicht, sich eine Einnahmequelle zu verschaffen – mache sich strafbar. Für jede Tat sehe das Gesetz eine Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr vor, so Ebinger.

Keine Zeugenaussagen

Bei der einstündigen Verhandlung mit etwa 20 Besuchern wurden weder die Angeklagten vernommen noch Zeugenaussagen gemacht. Eine 45-minütige Unterbrechung für ein Gespräch führte zu keiner Verständigung. Nach Beschluss des Richters wird das Verfahren bis November unterbrochen.