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05.08.2014

Mutmaßlicher Drogenhändler vor Gericht

Pforzheim. In 40 Fällen soll ein 42-jähriger Pforzheimer Familienvater mit Drogen gehandelt haben. Das zumindest wirft ihm die Staatsanwaltschaft des Amtsgerichts vor. Am Dienstag ist nun die Hauptverhandlung unter Vorsitz von Richterin Melanie Wetzel eröffnet worden. Allerdings wurde diese nach Anhörung von fünf Zeugen auf Mitte August vertagt.

Ohne festen Wohnsitz

Grund dafür war die Tatsache, dass ein weiterer Mann, selbst derzeit ohne festen Wohnsitz und vermeintlich drogenabhängig, in den Zeugenstand gerufen werden soll. Das Telefon des Angeklagten war zwar abgehört worden, dennoch liegen bisher keine eindeutigen Beweise dafür vor, dass er nicht selbst lediglich Käufer statt Verkäufer war. Hinzu kommt, dass er den Konsum von Heroin leugnet. Seit vielen Jahren sei er in einem Methadonprogramm, harte Drogen aber konsumiere er nicht beziehungsweise nicht mehr. Den Erwerb von Marihuana bei einer Pforzheimerin, die wegen anderer Verfahren von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hatte, hatte er aber zugegeben.

Kleine mengen verkauft

Gegen Ende des Jahres 2012 habe er begonnen, mehrmals pro Woche kleinere Mengen Marihuana bei ihr zu kaufen. Der Pforzheimer, der eigenen Angaben zufolge kifft, seit er neun Jahre alt war, wurde wiederum von eben jener Zeugin als Heroindealer bezichtigt. In ihrer Wohnung waren bei einer Durchsuchung eine frisch aufgezogene Heroinspritze im Bad, ein Päckchen Heroin am Körper, eine Cannabispflanze sowie Haschisch und Marihuana gefunden worden. Einer der ermittelnden Kommissare sagte aus, die in den abgehörten Telefonaten verwendeten Synonyme wie „Halbe“ oder „Ganze“, stünden erfahrungsgemäß nicht für Haschisch wie der Angeklagte behaupte, sondern für ein halbes oder ganzes Gramm Heroin, das nach momentaner Marktlage 35 beziehungsweise 75 Euro koste. ila