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Seit Anfang Januar werden Sachspenden gesammelt und dann vor Ort verteilt.  Foto: Stjepan Vego, Erzdiözese Sisak 

Nach Erdbeben in Kroatien: Kroatische Mission Pforzheim sammelt Spenden

Pforzheim. „Es ist ein großes Elend“, erzählt der Pforzheimer Immobilienunternehmer Zvonko Vincek. Zum Jahreswechsel haben verheerende Erdbeben Kroatien erschüttert. Besonders die südöstlich von Zagreb gelegenen Kleinstädte Petrinja, Sisak und Glina sowie die dazwischenliegenden Dörfer sind von den Beben betroffen. In dem Gebiet leben neben Kroaten und Serben auch Angehörige nationaler Minderheiten. An Ruhe ist derzeit nicht zu denken, denn die Erde bebt immer wieder nach. „Viele Menschen stehen vor dem Nichts“, so Vincek.

Seit Jahren engagiert er sich in der kroatisch-katholischen Mission in Pforzheim. Um den Menschen vor Ort zu helfen, hat die kroatisch-katholische Mission Mittelbaden, geleitet von Don Ivo Nedic, zu Spenden aufgerufen. „Unsere Spendenaktion richtet sich nicht nur an Kroaten oder Katholiken. In solchen Situationen unterscheiden wir nicht zwischen Nationalitäten und Religionen, sondern möchten jedem helfen, der gefährdet und betroffen ist.

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Die Zerstörung durch die Erdbeben in Kroatien war gewaltig. Foto: Stjepan Vego, Erzdiözese Sisak

Hier stehen die gefährdeten Menschen, die Menschen in Not im Fokus“, so Nedic. Das Gebiet der Mission erstreckt sich von Pforzheim über Bruchsal, Bretten, Eppingen, Karlsruhe, Baden-Baden, Gaggenau bis hin zu Offenburg und Kehl und umfasst rund 18.000 Kroaten. Die kroatisch-katholische Mission Mittelbaden befindet sich im dauerhaften Kontakt mit der Erzdiözese in Sisak. Bereits kurz nach den Erdbeben Ende Dezember sind zahlreiche mit Sachspenden beladene Lastwagen in die verwüstete Region gefahren.

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Viele Menschen haben buchstäblich das Dach über dem Kopf verloren. Foto: Stjepan Vego, Erzdiözese Sisak

Aktuell fehlt es den Menschen vor allem an medizinischer Hilfe, und durch die Geldspenden kann nun bedarfsorientiert gehandelt werden. Diese sollen vor allem an Familien mit vielen Kindern und an Frauenhäuser fließen.

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Region

Kelterner spenden für kroatische Erdbebenopfer

Vieles, was nach dem Krieg in Kroatien aufgebaut wurde, sei nun wieder zerstört worden. Deshalb schläft ein großer Teil der Menschen in Autos vor den Häusern, um das verbliebene Eigentum zu schützen. „Sie trauen sich nicht mehr weg, da sie Angst vor Plünderungen haben“, berichtet Vincek. Andere seien in Turnhallen oder leerstehenden Hotels untergebracht. Ein weiterer Faktor, der die Situation verschärft, ist die Corona-Pandemie. Vom Internationalen Roten Kreuz gibt es bereits Befürchtungen, dass sich das Virus in den Notunterkünften verstärkt ausbreiten könnte. Aufgrund der akuten Notlage sammelt die Mission noch bis zum Ende dieses Monats Spenden.

Mehr zu diesem Engagement und zu Möglichkeiten der Unterstützung gibt es im Internet auf www.hkm-mittelbaden.de.