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Nach der Massenschlägerei im November 2010 müssen sich jetzt Mitglieder der Pforzheimer Hells Angels vor Gericht verantworten.
Nach der Massenschlägerei im November 2010 müssen sich jetzt Mitglieder der Pforzheimer Hells Angels vor Gericht verantworten. © dpa
03.01.2013

Nach Schlägerei mit Tribuns: Hells Angels vor Gericht

Pforzheim. Gleich zehn Mitglieder des Mittlerweile verbotenen Charters „Borderland“ der Hells Angels müssen sich ab nächster Woche vor Gericht verantworten. Sie sollen im November 2010 bei der Massenschlägerei auf dem Pforzheimer Güterbahnhof-Gelände beteiligt gewesen sein, bei der Rocker der Hells Angels und Mitgliedern der Türstehervereinigung „United Tribuns“ aufeinander los gegangen waren. Die Vorwürfe: Gefährliche Körperverletzung, Landfriedensbruch und Bildung bewaffneter Gruppen.

Mit den mitgeführten Macheten, Schlagstöcken und Reizgassprays sollen die Angeklagten laut Staatsanwaltschaft vorgehabt haben, Mitglieder der Türstehervereinigung "United Tribuns" anzugreifen und zu verletzen. Während sich drei der Täter für die Gegner sichtbar postierten, versteckten sich die anderen zunächst. Als gegen 6 Uhr sieben Mitglieder der United Tribuns eintrafen und auf die drei Personen zugingen, traten die übrigen Angreifer aus dem Hinterhalt hervor und näherten sich schnell den Geschädigten. Diese wichen zunächst zurück, woraufhin ein Teil der Angreifer auf die abgestellten Fahrzeuge der Geschädigten einschlug und diese demolierte. Dies veranlasste die Geschädigten, sich wieder auf die angreifende Truppe zuzubewegen, um die Beschädigungen zu verhindern. In der nun folgenden körperlichen Auseinandersetzung, die mit den verschiedenen mitgebrachten Waffen geführt wurde, kam es unter anderem zu einem Machetenhieb auf den Kopf eines der Geschädigten, der hierdurch allerdings nur leicht verletzt wurde. Durch das Werfen eines Hammers und mehrerer Steine kam es zu weiteren, leichten Verletzungen der Geschädigten. Einer der Angreifer wurde durch einen Messerstich, der in nicht ausschließbarer Notwehr gesetzt wurde, schwer verletzt. Nicht geklärt werden konnte schließlich, welcher der Angreifer mit einem geladenen Revolver Kaliber 38 auf die Personengruppe der Geschädigten schoss. Der anderweitig verfolgte Vizepräsident des lokalen Charters wurde deswegen angeklagt, aber insoweit nicht verurteilt. Die Auseinandersetzung endete mit dem Eintreffen der Polizei.