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Das im Umbau befindliche Haus der Jugend will personell ausgestattet sein: SjR-Geschäftsführer Rainer Hopfgarten muss deshalb woanders einsparen. Foto: Ketterl
Das im Umbau befindliche Haus der Jugend will personell ausgestattet sein: SjR-Geschäftsführer Rainer Hopfgarten muss deshalb woanders einsparen. Foto: Ketterl
18.01.2019

Nach Schließungen in Eutingen und Brötzingen: Weitere Jugendtreffs in Gefahr

Pforzheim. Noch ist der Haushaltsentwurf der Stadt keine beschlossene Sache – doch schon jetzt ist klar: Für die SjR Betriebs GmbH wird es vor allem 2020 finanziell schwierig. Und dieser Umstand ist möglicherweise mit weiteren Jugendtreff-Schließungen verbunden.

Ende des Jahres gingen in Eutingen und Brötzingen die Lichter bereits aus. Bis zum Beschluss und Inkrafttreten des Doppelhaushalts gelten die Leistungsvereinbarungen auf der Basis von 2018. Demnach stehen dem Träger im laufenden Jahr 2,2 Millionen Euro Gesamtbudget zur Verfügung. Mit der Forderung nach einer künftigen Erhöhung um 250.000 Euro jährlich, um das umgebaute Haus der Jugend gemäß den von der Stadt gesetzten Standards personell zu führen, hatte sich der Träger bei den Haushaltsberatungen nicht durchsetzen können. Mit lediglich 75.000 Euro mehr kann er jährlich rechnen.

Zu wenig, um die Mindeststandards einzuhalten. Der kaufmännische Geschäftsführer Rainer Hopfgarten, erklärt die Folgen: Die geplanten Ausgaben des Hauses der Jugend kommen in diesem Jahr voraussichtlich zur Hälfte zum Tragen – nämlich für ein halbes Jahr. Denn er rechnet mit der Eröffnung nach Umbau und Erweiterung erst im Sommer. Da das Haus aber zwei weitere Fachstellen einrichten muss und wird, um Spielkiste und Jugendcafé pädagogisch ausreichend zu betreuen, fließt das eingesparte Geld der zwei geschlossenen Jugendtreffs dorthin.

Im nächsten Jahr, bei dem die Kosten dann voll zu Buche schlagen, reiche dieses Budget aber nicht mehr. Das sei besonders tragisch, da die Stadt zwar personelle Standards für die Arbeit in Jugendeinrichtungen beschlossen habe, sie aber nicht ausreichend finanziere. Angesichts der so gestellten Weichen werde die Stadt auch weiter einen Sparkurs fahren und in den Ortsteilen die reduzierten Öffnungszeiten der Treffs nicht zurücknehmen. Diese Entwicklung stehe der Ankündigung von OB Peter Boch entgegen, flächendeckend Angebote für Kinder und Jugendliche schaffen zu wollen, so Hopfgarten.

Aufgrund dieser Entwicklung steht das Jubiläum 70 Jahre Stadtjugendring unter einem besonderen Anspruch. Denn für alles, was Hopfgarten, seine Geschäftsführerkollegin Alison Bussey und das engagierte Mitarbeiterteam auf die Beine stellen werden, brauchen sie Sponsoren. Am 21. September ist ein Kindermarktplatzfest in Kooperation mit dem Gesellschafter Stadtjugendring geplant. Es soll es ein Jugendevent geben. Und die Verantwortlichen sind dabei, eine Jury zusammenzustellen fürs Projekt „70 Jahre – 70 Wünsche“. Kinder sollen sich etwas wünschen, das dem Gemeinwohl zugutekommt.

Die Juroren sollen Paten sein oder welche finden, um den Wunsch einzulösen. Das schaffe laut Hopfgarten ein hohes Maß an Identität.

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