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Mit Messer und Schlagstock wurde der 16-Jährige bedroht. 

Nach Tod eines 19-Jährigen: CDU-Arbeitskreis fordert Messerverbot in der Pforzheimer Innenstadt

Pforzheim. Der Arbeitskreis Innere Sicherheit der CDU Enzkreis/Pforzheim (AKIS) fordert die Stadtverwaltung dazu auf, ein Messerverbot für die Pforzheimer Innenstadt zu prüfen. Hintergrund sei der Todesfall eines 19-jährigen Mannes, der nach einem Messerstich am Waisenhausplatz ums Leben kam. Das gab die CDU am Mittwochnachmittag in einer Pressemitteilung bekannt.

Ein entsprechendes Vorgehen sei nach den jüngsten Ereignissen in der Innenstadt dringend geboten, so die CDU. "Es kann nicht sein, dass man beim abendlichen Gang durch die Innenstadt Angst davor haben muss, Opfer einer Messerattacke zu werden. Das Risiko, Betroffener einer solchen Attacke zu werden, steigt aber gefühlt immer weiter an. Erst im Juli vergangenen Jahres wurden zwei Personen in Pforzheim Opfer eines Messerangriffes, als sie sich auf dem Nachhauseweg befanden. Wir sind in der Pflicht, unsere Bürger davor zu schützen, dass sich solche Vorfälle wiederholen", so Peter Olszewski, Sprecher des AKIS.

Ist ein Messerverbot in der Pforzheimer Innenstadt sinnvoll?
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Auch Volker Weingardt und Marius Misztl, ebenfalls beide Mitglied des AKIS-Vorstandes, stehen für eine dringende Prüfung eines Messerverbotes in der Innenstadt. Sie sind der Meinung, dass ein solches Verbot, welches im Falle eines Verstoßes zu einer empfindlichen Geldstrafe führen kann, eine abschreckende Wirkung zeitigen und eine Stichprobenkontrolle durch die Polizei erleichtern würde: "In den letzten Jahre beobachten wir, dass immer mehr Menschen, insbesondere auch junge Leute, Messer mit sich führen, die dann bei Auseinandersetzungen zum Einsatz gelangen. Dadurch steigt das Risiko von tödlichen Verletzungen erheblich. Dieser Konsequenz scheinen sich viele aber nicht hinreichend vor Augen zu führen. Gleiches gilt für etwaige strafrechtliche Konsequenzen, die der Gebrauch von Messern bei Auseinandersetzungen nach sich ziehen kann. Wir brauchen deshalb dringend mehr Abschreckung und Prävention, um weitere Opfer von Messertaten zu verhindern. Auch Polizeibeamte, die immer öfter von Angriffen und Widerstandshandlungen betroffen sind, würden hierdurch besser geschützt."

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Gerade das vermehrte Mitführen von Messern durch junge Menschen bereite den Verantwortlichen des AKIS große Sorgen. Es dränge sich der Eindruck auf, dass sich hier ein Trend entwickle. Das Mitführen von Messern sei aber weder notwendig, noch in irgendeiner Weise als angesagt zu bewerten. Das, so die CDU weiter, scheinen manche Jugendliche wie auch Erwachsene jedoch anders zu sehen. Der AKIS werde sich deshalb in den kommenden Monaten darum bemühen, eine Präventionskampagne an den Pforzheimer Schulen ins Leben zu rufen, um junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Dadurch solle ein etwaiges Messerverbot flankiert werden, das, im Falle des Vorliegens der rechtlichen Voraussetzungen, im Zusammenwirken mit der Landesregierung realisiert werden könnte.