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Im Knast wird sich ein aggressiver Ehemann nun überlegen können, wie sinnvoll es ist, eine Ehefrau zum Sex zu zwingen, indem man ihr eine Lautsprecherbox ins Gesicht wirft. Foto: dpa
Im Knast wird sich ein aggressiver Ehemann nun überlegen können, wie sinnvoll es ist, eine Ehefrau zum Sex zu zwingen, indem man ihr eine Lautsprecherbox ins Gesicht wirft. Foto: dpa
17.12.2015

Nach Wurf von Lautsprecherbox erblindet Frau: Haftstrafe für Ehemann

Pforzheim. Zu zwei Jahren Haft ist am Donnerstag ein Mann verurteilt worden, der seine Ehefrau schwer verletzt hat. Weil die 49 Jahre alte Frau in der Nacht zum 2. November vergangenen Jahres das Verlangen ihres Mannes auf ehelichen Verkehr nicht teilte und sich lieber ins Wohnzimmer setzte, warf ihr der 60-Jährige gegen 3 Uhr nachts mit voller Wucht eine Lautsprecherbox ins Gesicht. Das scharfkantige Gerät traf die Frau so unglücklich, dass sie eine lange, bis auf den Knochen reichende Platzwunde erlitt, bei der auch der Sehnerv durchtrennt wurde.

Noch bei der sofort durchgeführten Operation in der Nacht ahnte die Augenärztin bereits, dass die Frau auf dem linken Auge erblinden würde. Am Donnerstag musste sich der aggressive Mann vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Karl-Michael Walz wegen schwerer Körperverletzung verantworten. Er würdigte die Richter keines Blickes, machte keinerlei Angaben, sondern ließ nur durch seinen Verteidiger Gerhard Härdle erklären, das Ganze tue ihm „sehr leid“.

Den Ausführungen seiner Frau, die weinend die Vorfälle jener Nacht und ihre Folgen schilderte, folgte er kopfschüttelnd mit verschränkten Armen. Staatsanwältin Antje Hilka warf ihm vor, keinerlei Reue oder Mitgefühl gezeigt zu haben. Eine Entschuldigung gab es nicht. Sie mutmaßte, dass der Angeklagte den Lautsprecher gar nicht geworfen, sondern ihn seiner Frau ins Gesicht geschlagen habe.

Mehr darüber lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news .

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