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Symbolbild: dpa
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23.07.2017

Nachbarland zieht Pforzheimer Zahnarzt den Zahn

Pforzheim. Die Landesregierung eines benachbarten Staates hat einem bis zum Entzug der kassenzahnärztlichen Zulassung in Pforzheim praktizierenden Zahnarzt die Berufsberechtigung entzogen. Er sei damit, so der Kammeramtsdirektor des Nachbarlands auf PZ-Nachfrage, nicht mehr berechtigt, in diesem Land als Zahnarzt tätig zu sein – „jedenfalls bis zum Abschluss des Verfahrens in Deutschland“.

Von der Staatsanwaltschaft Pforzheim ist der Zahnarzt wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt worden, nachdem mehrere Gutachten den Verdacht der Ermittler erhärtet hatten, wonach der Zahnarzt ohne medizinische Notwendigkeit in knapp drei Dutzend angeklagten Fällen eine Vielzahl von Zähnen gezogen haben soll. Verhandelt wird der Fall vor der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe. Sowohl der Vorsitzende Richter als auch die Staatsanwaltschaft waren überrascht, als sie erfuhren, dass der Zahnarzt nach seinem Wegzug aus Pforzheim nicht mehr im Mittleren Osten praktizierte, sondern im Nachbarland eine Praxis eröffnen wollte. Umbaumaßnahmen sind im Gange. Derzeit ist dort eine Verwandte gemeldet.

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