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Milzriss sowie ein zehnfacher Trümmerbruch des Schien- und Wadenbeins: So lautete die Diagnose nach der Attacke auf einen Mann Anfang 50. Fotos: Ketterl (2), privat
Milzriss sowie ein zehnfacher Trümmerbruch des Schien- und Wadenbeins: So lautete die Diagnose nach der Attacke auf einen Mann Anfang 50. Fotos: Ketterl (2), privat
28.09.2015

Nächte der Gewalt: Mehr gefährliche Körperverletzungen in Pforzheim

Pforzheim. 2014 ist die Zahl gefährlicher oder schwerer Körperverletzungen im Vergleich zu 2013 deutlich gestiegen - zumindest in Pforzheim und dem Enzkreis. Über drei Attacken wurde am Montag vor Gericht verhandelt.

Überall war die Stimmung nach Angaben der Protagonisten gut: In der Disco in Pforzheims Innenstadt, in der Eckkneipe in der Nordstadt, in der Bar an Nieferns Hauptstraße. Und überall änderte sich mit steigendem Alkoholpegel an verschiedenen Abenden des Vorjahres die Atmosphäre: von ausgelassen zu aufgeputscht, von aufgeputscht zu aggressiv.

Die Folgen der drei Attacken, die am Montag in zwei Verhandlungen das Amtsgericht beschäftigten: Zehnfacher Trümmerbruch des Schien- und Wadenbeins, dazu ein Milzriss, als zwei Deutsche in der Nordstadt auf einen Mann eintraten. Doppelter Kieferbruch und ein Nasenbeinbruch in Niefern und ein Kieferbruch zwischen Disco und benachbartem Döner-Lokal, als türkische Männer zuschlugen. „Wir haben uns früher auch mal geärgert und rumgeschubst, aber die heutige Brutalität ist nicht mehr normal“, sagt ein Mit-Fünfziger, der bei der Verhandlung zum Zehnfach-Bruch auf seinen Auftritt als Zeuge wartet. „Die Intensität ist eine andere geworden“, sagt auch Polizeisprecher Ralf Minet. „Heute werden auch eher Waffen in die Hand genommen – seien es Messer, Reizgas oder eine abgeschlagene Bierflasche.“

Immerhin: Dass die Übeltäter nach Körperverletzungen geschnappt werden, ist die Regel: Bei neun von zehn leichten und acht von zehn schweren Körperverletzungen in der Region werden auch Tatverdächtige ermittelt. Diese werden in dem Deliktsfeld immer älter: In Pforzheim lag der Anteil verdächtiger Gewalttäter unter 21 Jahren im Jahr 2014 mit 21,9 Prozent auf einem neuen Zehnjahrestief. Dementsprechend war auch das deutsche Duo Mitte 20, die drei türkischen Täter zwischen 25 und 36 Jahre alt.

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