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Machtwechsel: Mario Romeiko, Chef der Karnevalsgesellschaft „Hochburg 1972“ übernimmt von Oberbürgermeister Peter Boch den Schüssel fürs Rathaus. 
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Wenn die „Grausame Barbara II“ der Häffelins losdonnert, sollte man sich tunlichst die Ohren zuhalten.  Fotos: Tilo Keller 
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Mit vollem Einsatz beschallen die Gugge Gaiße aus Kieselbronn nach der Fußgängerzone auch das Rathaus-Foyer. 

Narren übernehmen das Rathaus: Widerstand zwecklos – Pforzhe helau!

Oberbürgermeister Peter Boch – um in seiner Neujahrsmetapher zu bleiben – streicht die Segel. Der OB ergibt sich, übergibt den Schlüssel für die Narrenhochburg namens Rathaus an die, die nun bis zum Aschermittwoch die wahren Herrscher sind. Boch hisst die weiße Flagge. Und strahlt dabei übers ganze Gesicht: So sieht an diesem Samstagvormittag der Rathaussturm 2019 aus.

Unüberhörbar eingeläutet, ach was: herbeigeschossen, geblasen und getrommelt worden ist er nach zehnminütigem Marsch durch die neue Fußgängerzone von der „Grausamen Barbara II“ der Häffelins aus Dillweißenstein und den Gugge Gaiße aus Kieselbronn – hinter ihnen, beim „Dicken“, ein Werbezelt von Scientology, vor Galeria Kaufhof unter anderem FDP-Stadtrat Hans-Ulrich Rülke, der unverdrossen weiter Unterschriften sammelt gegen die Innenstadtentwicklung Ost, vorne, auf dem Marktplatz, der OB in Erwartung der über 100 Narren.

Mario Romeiko, Chef der KGHO, und seine Narrenchronisten Andrea Leuze und Marco Nonnenmacher lesen von der Treppe des Rathauses in einem Rundumschlag allen die Leviten: den Pforzheimer Bäder-Pfuschern, „Mutti“ Merkel, dem Fake-news-Lügenbaron im Weißen Haus, „Jogis Jungs“ und insbesondere Erdogan-Poser Mesut Özil, Theresa May und der AfD, den Stadtplanern und Kulturhauptstadt-Träumern, ehe sie das – nun abgesetzte – Stadtoberhaupt in Gestalt eines neongelb gewandeten Mitarbeiters der Technischen Dienste zu Wort kommen lassen.

Es ist eine Mischung aus „Habt Erbarmen“, „ich kümmere mich“ und „wir schaffen das“ – mit den Kita-Plätzen, dem Hort-Ausbau, Innenstadt-Ost und „Smart City“, Gewerbeflächen und Müllpolizei.

In Erwartung baldiger Stärkung am Büffet mit Butterbrezeln und Berliner harren die Narren von Belremgilde, KGHO, PFG, den Kräheneck-Hexen, den Hogebiere Birkenfeld, den Gräfenhausener Klemmern, der Renninger Schlüsselgesellschaft und den Kieselbronner Gugge Gaiße aus, wissen sie doch alle: Jetzt ist ihre Zeit gekommen. Widerstand zwecklos. Pforzhe, helau!

Man sieht sich wieder: Am Samstag, 16. Februar, findet im CCP die Prunksitzung der KGHo statt.