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Keine allzu gute Freundin von Regenwetter ist eigentlich auch die „Grausame Barbara“. Denn Schwarzpulver und Wasser vertragen sich nicht besonders. Fotos: Ketterl
05.03.2019

Nass, feucht und fröhlich: So feierten die Narren den Dillschdemer Umzug

Pforzheim. "Sie laufen heute ein bisschen schneller", versprach Moderator Jörg Augenstein am Ludwigsplatz in Dillweißenstein mit Blick auf das Wetter. Dort warteten die Zuschauer – unter aufgespannten Regenschirmen – sehnsüchtig auf die insgesamt 50 Gruppen und Wagen, die sich ihren Weg von der Bogenbrücke über die Hirsauer Straße in Richtung Ludwigsplatz bahnten.

Faschingsumzug in Dillweißenstein voller Erfolg

Durchnässt waren die Hexen und Narren am Ende dennoch fast alle. Aber überwiegend glücklich. Bis auf einige Ausnahmen, wie die Saubachdeifel der 1. Nürtinger Narrenzunft. Sie hatten vorher aufgegeben. Das war allerdings weniger dem Wetter geschuldet, als Übergriffen, denen sich die schwarzen Hexen nach Informationen der „Pforzheimer Zeitung“ ausgesetzt sahen. Sie fürchteten um ihre teuren Masken und liefen nicht bis ins Ziel. Jörg Müller, Gildemeister der Belrem-Gilde, zieht am Abend dennoch eine positive Bilanz. Es sei überwiegend friedlich verlaufen, hätten ihm Security, Polizei und Sanitäter zurückgemeldet. Auch die meisten Gruppen hätten den Umzug genossen. „Manche haben sogar gesagt, dass es ihnen trotz des schlechten Wetters noch mehr Spaß gemacht hat, als im vergangenen Jahr“, erklärte er und schob nach: „Bei schönem Wetter kann jeder.“

Bildergalerie: Dill-Wei-Ho! So schön war der Dillschdemer Umzug

Allerdings: Dass bei schlechtem Wetter nicht jeder Lust auf einen Umzug hat, zeigte sich an den Besucherzahlen. Waren am vergangenen Jahr noch 15.000 Zuschauer am Straßenstrand gestanden, so waren es diesmal nach ersten Schätzungen von Müller nur rund 8000. „Für das Wetter war es allerdings super besucht“, freute er sich dennoch.

Und am Ende gab es dann nur noch eine Frage: Brennt der Schneemann oder geht er baden? Er brannte – zumindest ein bisschen. „Winter ade, scheiden tut weh“, sangen die Besucher dazu. Ach, hätte sich doch mit ein bisschen Singen auch der Regen vertreiben lassen.

Positive Bilanz der Einsatzkräfte

Das Fazit der Polizei am Ende des Abends zum Verlauf des Umzugs in Dillweißenstein: Es habe wenige Körperverletzungsdelikte und eine unsittliche Berührung gegeben. Die Beamten hätten fünf Platzverweise ausgesprochen. Mehr wollte die Polizei noch nicht sagen und verwies auf laufende Ermittlungen. Nach PZ-Informationen ist es allerdings zu einer Rangelei an der Bushaltestelle gekommen, bei der ein Besucher auch eine Flasche abbekam.

Eine positive Bilanz zog Thomas Wendlberger von der Mobilen Jugendarbeit, die vor allem in Seitenstraßen, am Ludwigsplatz und am Uferweg unterwegs gewesen war. Es sei ruhiger gewesen als im vergangenen Jahr, erklärte Wendlberger: „Es hat nur kleinere Vorfälle gegeben.“ Die Mobile Jugendarbeit Pforzheim hatte es mit einigen alkoholisierten Jugendlichen zu tun. „Aber nichts Dramatisches“, so Wendlberger.

Mehr lesen Sie am Mittwoch, 6. März in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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05.03.2019
Nass, feucht und fröhlich: So feierten die Narren den Dillschdemer Umzug

8000 Besucher? Und darum waren in der Innenstadt die Läden und Kaufhäuser geschlossen. Von mir aus, - egal. Aber bitte erzählt mir nichts mehr von der Notwendigkeit eines verkaufsoffenen Sonntags... mehr...