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Jens Kück hört als SPD-Stadtrat auf – aus Altersgründen, begründet er die Entscheidung. Foto: PZ-Archiv
Jens Kück hört als SPD-Stadtrat auf – aus Altersgründen, begründet er die Entscheidung. Foto: PZ-Archiv
Bundestagswahlkampf 2013: Seinen einzigen Besuch in Pforzheim hat der heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (links) bei den Naturfreunden Pforzheim verbracht – zum ersten Maultaschen-Essen seines Lebens. Foto: Privat
Bundestagswahlkampf 2013: Seinen einzigen Besuch in Pforzheim hat der heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (links) bei den Naturfreunden Pforzheim verbracht – zum ersten Maultaschen-Essen seines Lebens. Foto: Privat
26.03.2017

Naturfreund Jens Kück gibt Vereinsvorsitz ab

Pforzheim. Jens Kück hat am Freitag die Versammlung der Naturfreunde Pforzheim geleitet – zum letzten Mal nach 32 Jahren. Bereits im vergangenen Jahr hatte er angekündigt, nicht mehr für den Vorsitz zu kandidieren. Jahre habe er sich mit diesem Gedanken getragen. Nun hat Kück in seinem Stellvertreter André Schöttle einen Nachfolger gefunden und möchte fortan anderen Dingen in seinem Leben mehr Aufmerksamkeit schenken. „Irgendwann kommt der Generationenwechsel“, sagt er, „dann müssen Jüngere ran.“

Kück selbst ist zu seinem Amt bei den Naturfreunden nicht ganz freiwillig gekommen. „Der ehemalige OB Willi Weigelt sagte: Kück, Sie müssen die Naturfreunde übernehmen, Sie können organisieren“, erinnert er sich. Und das, obwohl der damalige Neu-Stadtrat der SPD und ehemalige Direktor des Regionalverbands Nordschwarzwald zu dem sozial-ökologischen und gesellschaftspolitisch aktiven Verband gar keinen Bezug hatte. Er sei bereits Mitglied im Lions Club gewesen, hatte als Hobby-Archäologe und -Tänzer eigentlich keine Zeit für zusätzliche Aufgaben. Er hat sich dennoch zur Wahl gestellt – und gewonnen. Seine Liebe zur Natur sowie die Unterstützung erfahrener Naturfreunde hätten dem „Seiteneinsteiger“ den Anfang leicht gemacht. „Ich kann euch meinen Kopf, mein Wissen und mein Gebabbel zur Verfügung stellen“, haber er damals von Anfang an klar gemacht – viel mehr sei zeitlich einfach nicht möglich.

Kück blickt zufrieden zurück auf die vergangenen 32 Jahre. Viel hätten die Naturfreunde in seiner Amtsperiode erreicht. Vor allem sei die Lettenbrunnenhütte zu einem Ort geworden, der als beliebter Anlaufpunkt tief schwarze Zahlen schreibe. Keine Selbstverständlichkeit: 1991 ist die Hütte des Vereins, die die Mitglieder erst ein Jahr zuvor eigenhändig saniert hatten, abgebrannt. „Ihr Blut und ihr Schweiß hing daran. Wir haben geheult, uns zusammengerauft – und dann war der Trotz groß“, erinnert sich Kück. Mit finanzieller Unterstützung von Mitgliedern, Spendern, anderen Vereinen und der Stadt haben die Naturfreunde ihre Hütte in optimierter Form wieder aufgebaut. „Das war die größte und vor allem schwierigste Aufgabe in all der Zeit“, sagt Kück. Diese gemeistert zu haben, darauf ist er besonders stolz. Die Einnahmen aus der Lettenbrunnenhütte finanzieren heute die Aktivitäten und Ausstattung sämtlicher Fachbereiche. Darüber hinaus hat Kück 50-jährige Verlängerung des Pachtvertrags mit dem Landesforst ausgehandelt. Und auch darauf, dass die rund 480 Naturfreunde weder Probleme im Bereich des Nachwuchses noch bei der Besetzung der Funktionärsstellen oder des Hüttendienstes hätten, sei er stolz.

Freundschaft und Vertrauen

Manchmal habe Kück sich bei all seinen verschiedenen Ämtern schon fragen müssen: „Welchen Hut habe ich gerade auf?“ Die Antwort, die er für sich gefunden hat, lautet: „Ich bin als Erstes Mensch, als Zweites Fachmann“, sagt er. Seine Qualitäten in beiden Funktionen werden den Naturfreunden erhalten bleiben, die ihn zum Ehrenvorsitzenden wählten. Schließlich habe er mit diesen wohl ein knappes Drittel seiner Lebenszeit verbracht, sagt Kück.

„Mir hat das Amt viel Freude bereitet. Dabei habe ich zu schätzen gelernt, was Freundschaft und gegenseitiges Vertrauen bewegen können“, sagte er am Freitag zu den Mitgliedern. Und so wird der 74-Jährige, der nun mehr Zeit für Freundeskreis, Reisen, Wandern, Haus und Garten hat, weiterhin sein Ziel verfolgen: „Den Menschen zeigen, dass es neben Handy und Computer auch noch Natur und Gemeinschaft gibt.“