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Zur Ausbildung der Klimabotschafter waren Experten vor Ort an der Würm, um die komplexen Zusammenhänge aufzuzeigen. Zoller 

Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord bildet künftig Klimabotschafter aus

Pforzheim. Das Thema Klimawandel und seine komplexen Zusammenhänge zu verstehen, ist nicht einfach. Daher hat sich der der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord dazu entschlossen Klimabotschafter auszubilden.

„Mit dieser Idee wollen wir Multiplikatoren ausbilden, um Menschen für das Thema zu sensibilisieren und aufzuzeigen, welche Veränderungen klimatischer Art bereits bei uns in der Region erkennbar sind“, erklärt Florian Schmid. Der Projektmanager ist zuständig für die Ausbildung von aktuell 16 Klimabotschaftern, die gemeinsam mit Praktikern und Experten aus der Wissenschaft vier besondere Thementage erleben, und praxisbezogene Schwerpunktthemen wie Landwirtschaft, Moore, Gewässer und Wald kennenlernen.

Am Samstag galt der Fokus der Ausbildung den Fließgewässern. Die Lebensadern der Landschaft gelten als wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, doch oftmals wurde der natürliche Lauf der Gewässer durch Flussbegradigungen verändert und deren Lebensraum zerstört.

Für Monika Suur aus Pforzheim ein nachvollziehbarer Kreislauf, denn „sauberes Wasser und ein ökologisches Gewässerbett sind für diese Lebewesen lebensnotwenig.“ Seit 2018 führt sie als ausgebildeter Schwarzwald-Guide Menschen in die Natur – meist in Schömberg – und eignet sich nun das Wissen um zukünftige Entwicklungen in den Natur- und Kulturräumen des Naturparks an. „In Zukunft werde ich spezielle Wanderungen zu diesem wichtigen Thema anbieten, um mich als Klimabotschafter einzubringen“, sagt sie.

Für das komplexe Thema der Gewässerökologie war Renate Semmler-Elpers von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) vor Ort an der Würm, um die Organismen, die im Gewässer leben, vorzustellen und aufzuzeigen, „wie sich der Klimawandel auf die Situation im Gewässer vermutlich auswirken wird.“

Als promovierte Hydrologin ist Manuela Nied von der LUBW in der Hochwasservorhersage beschäftigt. Sie zeigte Szenarien auf, wie sich in Zukunft nicht nur Extremereignisse häufen, sondern auch künftige Hoch- und Niedrigwasser entwickeln werden. Da sich die Häufigkeit und die Niederschlagsverteilung auf die Fließgeschwindigkeit der Gewässer auswirkt, gab Umweltingenieur Martin Reil von der LUBW zudem Einblick in die Erhebung von Daten und die Prüfung der Ergebnisse am Pegelhäuschen an der Würm.