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Die Umbenennung der Emil-Strauß-Straße steht zur Diskussion.
Die Umbenennung der Emil-Strauß-Straße steht zur Diskussion. © Ketterl
10.02.2011

Nazi-Nähe: Umbenennung der Emil-Strauß-Straße?

PFORZHEIM. Die Mehrheit der Mitglieder des Gemeinderats ist gegen eine Umbenennung der Emil-Strauß-Straße in der Pforzheimer Nordstadt. Strauß, Ehrenbürger (1937), war ein geachteter Schriftsteller – aber auch Mitglied der NSDAP gewesen. Er war eingetreten für eine „völkische Erneuerung der deutschen Lebensgemeinschaft“. Er starb 1960 und liegt auf dem Hauptfriedhof begraben. Die Grüne Liste hatte sich für eine Umbenennung der Straße wegen der Nähe Strauß' zu den Nazis ausgesprochen.

Die Verwaltung könnte sich mit dem Namen Thüringer Straße anfreunden, befürchtet aber, dass sie Anwohner, wenn sie gehört werden, sich dagegen aussprechen könnten, aus welchen Gründen auch immer. Die SPD ist strikt gegen eine Umbenennung. Man sieht wie die FDP und die Freien Wähler Strauß in erster Linie als Literaten und nicht als Parteimitglied der NSDAP. Er sei ohnehin nur ein „Mitläufer, kein Täter“ gewesen, sagt CDU-Fraktions-Chef Florentin Goldmann. Man müsse abwägen zwischen der scheinbaren Notwendigkeit und dem Aufwand der Umbenennung. Und wenn die Anwohner dagegen seien, sei die Sache ohnehin gelaufen. Goldmann will bedacht haben, dass auch in den Ortsteilen nachgeforscht werden solle, ob sich unter den Straßennamen auch problematische befänden. Es könne nicht sein, dass in der Kernstadt die Erinnerung an belastete Personen verschwinde, nicht aber in den Ortsteilen. ol

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