antifa-neonazi-mahnwache-wartberg
Eingekesselt hat die Polizei rund 350 bis 400 Neonazi-Gegner, die die Mahnwache der Rechtsextremisten auf dem Wartberg verhindern wollen. 
kessel antifa mahnwache
Auf dem Wartberg eingekesselt hat die Polizei 350 bis 400 antifaschistische Demonstranten, die gegen eine Mahnwache der Rechtsextremen am Pforzheimer Bombennacht-Gedenktag protestieren. Die Rechtsextremen sind hinter einem Zaun versammelt und ebenfalls von Polizei umringt. 

Neonazi-Gegner auf Wartberg von Polizei eingekesselt

Pforzheim. Es ist zum gefürchteten Eklat gekommen: Die Rechtsextremisten mit ihrer obskuren Fackelmahnwache auf dem Wartberg, gegen die die Stadt Pforzheim bislang noch kein Mittel zum Verbot gefunden hat, haben den Zorn von antifaschistischen Demonstranten angefacht. Nun stehen sich beide Lager gegenüber. Allerdings jeweils von Polizisten eingekesselt und von einem Zaun getrennt.

DSCN2164.jpg
Bildergalerie

Neonazi-Gegner demonstrieren gegen Rechtsextremisten

antifa-ket2.jpg
Bildergalerie

Kundgebung der Initiative gegen Rechts in Pforzheim

Im Augenblick überlegt die Polizei, ob sie nicht die 350 bis 400 eingekesselten Neonazi-Gegner festnimmt. Es gab bereits Steinwürfe und Pfefferspray-Spritzer aus der Masse der Demonstranten heraus. Die Polizei antwortete mit Gummiknüppelschlägen. Eine andere Möglichkeit wäre, die Versammlung mit Gewalt aufzulösen, die Demonstranten vom Wartberg zu drängen. Was danach mit den einzelnen Grüppchen passiert und wie die sich verhalten, ist jedoch nicht vorherzusehen.

Mahnwache der Rechtsextremen, Demonstration der Neonazi-Gegner, Großaufgebot der Polizei – haben Stadtverwaltung und Politiker genug getan, um den Gedenktag würdig feiern zu können?
30%
61%
9%

Es hat sich angedeutet: Bei der verspätetet begonnenen Kundgebung der „Initiative gegen Rechts“ vor dem „Rex Filmpalast“ an der Bahnhofstraße sind Flyer aufgetaucht, die auf Blockaden am Wartberg verweisen. Dort treffen sich Rechtsextremisten zu einer von der Stadt und allen relevanten gesellschaftlichen Gruppen abgelehnten und verurteilten Fackelmahnwache.

Um 15.30 Uhr hätte die Kundgebung der „Initiative gegen Rechts“ beginnen sollen, um 16.30 Uhr vermummten sich die ersten Teilnehmer. „Stilles Gedenken bringt nicht viel, Nazis stoppen ist das Ziel“ stand auf einem Transparent. Bislang ist es der Stadtverwaltung nicht gelungen, die von den Demonstranten so bezeichneten „Neonazis“ auf dem Wartberg von ihrem makabren Fackelritual abzuhalten. Ob es den antifaschistischen Demonstranten gelingen wird, die ominöse Veranstaltung zu sprengen?

Die Polizei versucht das Aufeinandertreffen von Rechten und Linken zu verhindern – mit dem größten Polizeiaufgebot, das jemals am 23. Februar in Pforzheim im Einsatz war. Über 1000 Beamte sollen vor Ort sein, um gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern. Das Gelände für die Mahnwache ist abgeriegelt. Polizeisprecher Wolfgang Schick setzt darauf, dass die Demonstranten am Zaun rund um das Mahnwachen-Areal aufgehalten werden.

PZ-Redakteur Olaf Lorch-Gerstenmaier ist mitgelaufen. Er hat selbst gesehen, wie sich etliche Demonstranten mit Steinen eingedeckt haben. Es seien auch einige geworfen worden, wobei es als Gegenreaktion zu Schlägen mit dem Gummiknüppel gekommen sein soll. Als er gerade mit der Onlineredaktion von PZ-news telefonieren wollte, haben ihm Demonstranten das Handy aus der Hand gerissen und zerstört sowie seine schriftlichen Notizen entwendet. Der PZ-Redakteur hatte den Eindruck, als sei die Polizei von der Menge und der Schnelligkeit der Antifaschisten überrascht worden. Einige Demonstranten hätten auch versucht, Polizeiautos auf dem Weg zum Einsatz zu blockieren. Inzwischen ist der gesamte Wartbergbad-Parkplatz mit Polizeifahrzeugen belegt.