nach oben
Eine Stich- und zwei Nebenstraßen: Wenn es nach Ortsvorsteher Karl Schröck geht, sollen hier statt Gras bald neue Häuser aus dem Boden sprießen.  Foto: Ketterl
Eine Stich- und zwei Nebenstraßen: Wenn es nach Ortsvorsteher Karl Schröck geht, sollen hier statt Gras bald neue Häuser aus dem Boden sprießen. Foto: Ketterl
01.03.2017

Neubaugebiet in Hohenwart kann an Grundstückbesitzern scheitern

Die Einwohnerzahl Hohenwarts stagniert seit Jahren, festgefahren irgendwo zwischen 1700 und 1800. Das liegt nicht daran, dass dort nicht gerne mehr Menschen wohnen würden. Im Gegenteil, sagt Ortsvorsteher Karl Schröck. Doch der Ortsteil ist sozusagen ausverkauft, was freie Bauplätze angeht.

Ein Grund dafür sind sogenannte Enkeles-Grundstücke, erschlossene Bauplätze, die von ihren Eigentümern aber nicht genutzt, sondern lediglich als Kapitalanlage oder für die Nachkommen erhalten werden. 2014 waren es noch 84 brachliegende Grundstücke – sehr viel weniger seien es auch heute nicht, sagt Schröck.

Auch darum ist in Hohenwart bereits seit mehr als drei Jahren ein Neubaugebiet in Planung. Es soll im Gewann „Mädachäcker“ entstehen – zwischen Hohlweg und Am Wiesenrain bis zur Verlängerung des Mädachäckerwegs. Von Anfang an hatte es Gegenwehr gegeben. Man fürchtete um das „naturnahe Flair“ des Stadtteils – auch ortschaftsratsintern. Die Abstimmung, einen Bebauungsplan für das Gebiet zu erstellen, war 2014 denkbar knapp ausgegangen. Nun, nach der ersten Offenlage des Plans für das 1,6 Hektar große Gebiet, auf dem zwischen 25 und 30 Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen könnten, scheinen sich die Wogen geglättet zu haben. „Ein paar Reaktionen gab es, aber eigentlich nichts Erwähnenswertes“, lässt Stadtplanerin Sonja Huber wissen. Es sei auf das Naturdenkmal Hohlweg verwiesen worden, dieses sei von der Maßnahme jedoch gar nicht beeinträchtigt.

Mehr Menschen, mehr Chancen

Wenn es nach Schröck geht (in der Sache selbst befangen, weil Anlieger), kann im „Mädachäcker“ in drei Jahren losgebaut werden – vorausgesetzt, alle Eigner ziehen mit. 20 Prozent der Fläche gehören der Stadt, das weitere Gelände ist im Besitz von 18 Privatleuten, die sich durch Erbengemeinschaften auf neun Parzellen verteilen. „Die Bauverpflichtung ist das Problem“, sagt Schröck. Wohnbauflächen werden in Pforzheim fortan nur dann entwickelt, wenn die Eigentümer ihre Grundstücke an die Stadt verkaufen oder freiwillig eine Bauverpflichtung akzeptieren, die im Grundbuch gesichert wird. Diese läuft mit einer Frist von maximal sieben Jahren. „Mädachäcker“ ist das erste Baugebiet, bei dem die Regelung greifen könnte.

„Wenn nicht alle mitmachen, ist das Thema nach jetzigem Stand gestorben“, sagt der Ortsvorsteher. Vor allem ein Eigentümer bereite Sorgen, „mit den anderen kann man reden“. Schröck hofft auf eine Einigung. Mehr Einwohner, vor allem jüngere, könnten dem Stadtteil nur guttun, sagt er – allein für den Erhalt der Grundschule und die Auslastung des Kindergartens. Mit der Einwohnerzahl stiegen auch die Chancen auf eine bessere Infrastruktur, etwa durch die Ansiedlung eines kleinen „Tante-Emma-Ladens“, eines Arztes oder eines Cafés. Denn all das gibt es in Hohenwart derzeit nicht.