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Bislang gibt es ab Eutingen Direktverbindungen nach Karlsruhe.  Foto: PZ-Archiv/Seibel 

Neue Bahn-Fahrpläne sorgen für Wartezeiten und Umstiege: In Eutingen regt sich Widerstand

Pforzheim-Eutingen. In knapp 35 Minuten ohne Umsteigen von Eutingen nach Karlsruhe – derzeit kein Problem. Der Regionalexpress der Deutschen Bahn verbindet Stuttgart und Karlsruhe mit vielen Zwischenhalten – darunter Eutingen. Doch ab dem 9. Juni, wenn Abellio, AVG und Go Ahead das Schienennetz rund um Pforzheim übernehmen, wird sich das ändern.

Dann geht von Eutingen nur noch mit Umstiegen und Wartezeiten in Richtung Karlsruhe. Dagegen regt sich nun Widerstand im größten Pforzheimer Stadtteil.

Stressfrei mit dem Zug zur Arbeit – seit knapp 20 Jahren nutzt Thomas Vögtle den Regionalexpress, um von Eutingen nach Karlsruhe zu kommen. Bislang in knapp 35 Minuten und ohne Umsteigen. Doch ab 9. Juni ist Schluss damit. Denn dann gelten die neuen Fahrpläne von Abellio, Go Ahead und AVG – und die meinen es nicht gut mit den Karlsruhe-Pendlern aus Eutingen und den kleinren Gemeinden des östlichen Enzkreises.

Für die Bahnstation Eutingen, ebenso wie für Niefern und Enzberg, wird es nämlich keine durchgehenden Zugverbindungen Richtung Karlsruhe mehr geben. Das liegt daran, dass Abellio künftig das Netz zwischen Stuttgart und Pforzheim, AVG jenes zwischen Karlsruhe und Pforzheim bedient. Die Regionalbahnen enden deshalb immer in Pforzheim. Lediglich der von Go Ahead betriebene Interregio Express bedient noch die gesamte Strecke zwischen Karlsruhe und Stuttgart - jedoch ohne Halt in Eutingen. Mehrfaches Umsteigen und längere Wartezeiten für die dort zusteigenden Bahnreisenden sind die Folgen.

Folgen, die Vögtle nicht hinnehmen möchte. Darum hat er, gemeinsam mit drei Mitstreitern, vor wenigen Tagen die Interessengemeinschaft „Gute Bahnverbindung für Eutingen“ gegründet. Ihre Forderungen: Mindestens ein bis zwei durchgängige, schnelle Bahnverbindungen in den Hauptzeiten der Pendler zwischen 7 und 8 Uhr Richtung Karlsruhe, ebenso in die andere Richtung zwischen 17 und 18 Uhr. Außerdem sollen die Anschlüsse so angepasst werden, dass sich die Wartezeiten verkürzen. Zusätzlich wünschen sich die Initiatoren eine spätere letzte Verbindung aus Karlsruhe, insbesondere an den Wochenenden. Ihr Ziel: So viele Unterschriften wie möglich sammeln, um sie Landesverkehrsminister Winfried Hermann zu überreichen und so eine Fahrplanänderung ab Dezember 2019 durchsetzen.

Weitere Infos telefonisch unter (07231) 53703, oder per E-Mail an thomas.voegtle@kit.edu.

Mehr über die Ziele der Interessengemeinschaft lesen Sie am Dienstag, 21. Mai, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.