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Die Gründe für die Rückkehr in ihre jeweiligen Heimaländer sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Da viele dieser rückkehrwilligen Ausländer jedoch dabei Hilfe benötigen, gibt es seit 1. April eine neue Beratungsstelle im Landratsratsamt Enzkreis. Foto: Meyer
Die Gründe für die Rückkehr in ihre jeweiligen Heimaländer sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Da viele dieser rückkehrwilligen Ausländer jedoch dabei Hilfe benötigen, gibt es seit 1. April eine neue Beratungsstelle im Landratsratsamt Enzkreis. Foto: Meyer
05.04.2019

Neue Rückkehrberatung beim Landratsamt hilft rückkehrwilligen Ausländern

Pforzheim. Seit 1. April ist für jene Ausländer, die freiwillig zurück in ihr Heimatland wollen und bei diesem Schritt Hilfe benötigen, eine sogenannte Rückkehrberatung eingerichtet. Tim Pfleiderer vom Amt für Migration und Flüchtlinge steht rückreisewilligen Ausländern beratend zur Seite.

Zunächst für ein Jahr wird die Stelle zur Hälfte vom Land Baden-Württemberg gefördert. Ausgenommen von dem Angebot sind Menschen, die von der Ausländerbehörde der Großen Kreisstadt Mühlacker betreut werden: Sie können sich direkt dorthin wenden.

„Gründe für eine freiwillige Ausreise gibt es viele“, so Pfleiderer. Oft handele es sich um abgelehnte Asylbewerber, die eine Aufforderung zur Ausreise bekommen haben und denen die Abschiebung droht. „Gar nicht so selten sind es aber auch Menschen, die Probleme bei der Integration haben, ihre im Heimatland verbliebenen Familienangehörige vermissen – oder schlicht Heimweh haben“, sagt Pfleiderer, der bereits seit 2014 im Asylbereich arbeitet.

"Die Rückkehrberatung des Enzkreises ist eine wichtige Ergänzung in der Flüchtlingssozialarbeit, denn sie leistet einen humanitären Beitrag“, betont die zuständige Dezernentin Dr. Hilde Neidhardt: „Denn wenn die Menschen keine Bleibeperspektive haben, ist es sinnvoll, eine möglichst frühzeitige Rückkehr zu ermöglichen.“ So werde insbesondere bei Kindern eine Entwurzelung vermieden. Zudem könne die Rückkehrberatung nicht nur beim „Papierkram“ unterstützen und finanzielle Möglichkeiten aufzeigen, sondern auch bei der Re-Integration im Heimatland helfen.

„In Beratungsgesprächen klären wir, ob der Ausreisewillige die nötigen Voraussetzungen erfüllt, um Fördermittel zu erhalten, und welche Perspektiven er oder sie im Heimatland hat. Wir versuchen dann, die Heimkehrenden an Organisationen vor Ort zu vermitteln, die zum Beispiel bei der Arbeitsplatzsuche unterstützen können“, so Tim Pfleiderer zu seinem Aufgabenfeld. Zunächst möchte er nun möglichst viele im Enzkreis lebende Drittstaatsangehörige erreichen und über die Möglichkeit der freiwilligen Ausreise informieren. „Drittstaat“ bedeutet, dass es sich um Länder außerhalb der Europäischen Union handelt.