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Unter historischen Holzbalken: Kunsthistorikerin Sara Brück (Dritte von rechts) zeigt einer Gruppe einen Dachstuhl des Neuenbürger Schlosses.  Molnar
Unter historischen Holzbalken: Kunsthistorikerin Sara Brück (Dritte von rechts) zeigt einer Gruppe einen Dachstuhl des Neuenbürger Schlosses. Molnar
13.09.2015

Neuenbürg: In Dachstuhlwelten des Schlosses

Einen so gut erhaltenen, historischen Dachstuhl wie im Süd- und Nordflügel von Schloss Neuenbürg gibt es nur selten. Beim „Tag des offenen Denkmals“ nutzten einige Besucher die Gelegenheit, einen Blick auf die alte Dachkonstruktion aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu werfen – und darauf, wie sie funktioniert.

„Das Dach muss einiges aushalten“, erzählte Sara Brück, die die interessierte Gruppe über die Wendeltreppe von 1605 in die Dachstuhlwelten führte. Deshalb seien Kehlbalken eingezogen worden, die Latten könnten sich somit weniger durchbiegen. An manchen Stellen seien auch noch die Zapfen zu sehen, durch die das sogenannte Sparrendach stabil gemacht wurde. Die 35-jährige Kunsthistorikerin aus Heidelberg, die sich während ihres Studiums auf Architektur spezialisiert hat, hat bei ihrer Recherche eine gute Quellenlage vorgefunden. Darüber sei nachvollziehbar, wie sich das Schloss entwickelt habe. „Die Dachform wurde mehrfach verändert“, erläuterte sie. Ursula Perathoner ist begeistert: „Ich komme aus Neuenbürg und war in meinem ganzen Leben noch nicht hier oben“, so die 81-Jährige.

Auch Führungen in der Sankt-Georgs-Kirche sowie ein Spaziergang durch den Schlosswald, bei dem geschnitzt werden konnte, standen auf dem Programm.

Gut besucht war das Bergwerk Neuenbürg mit oberhalb gelegenem Museumsplatz, wo die Archäologen Günther Wieland und Guntram Gassmann mit Helfern einen Schmelzversuch in einem nachgebauten, keltischen Rennfeuerofen durchführten. Schon öfter wurden solche Experimente hier gemacht. „Wir wollen demonstrieren, wie vor 2500 Jahren Eisenerz verhüttet wurde“, erzählte Stefan Bauer, mithelfender Archäologe aus Tübingen. Frühmorgens sei das Feuer angezündet worden, viele Interessierte schauten zu und stellten Fragen. Über 20 000 Mal sei der Blasebalg mit dem Fuß bedient worden.