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30.03.2010

Neuer Anlauf: Pforzheims Innenstadt soll schöner werden

PFORZHEIM. Man hatte sich Zeit genommen. Vor den Toren der Stadt sinnierte ein handverlesener Kreis, wie es drinnen in der Stadt weiter gehen soll. Denn Oberbürgermeister Gert Hager hatte die Entwicklung der Innenstadt als eines der zentralen Themen definiert. Leerstände, Öffnungszeiten, Laden-Mix, Aufenthaltsqualität - Punkte, die der Verbesserung harren, gibt es genug.

Bildergalerie: Impressionen aus der Pforzheimer Innenstadt

So fanden sich Repräsentanten aus Verwaltung, Handel, Gastronomie und Medien in einem „Strategie-Findungsprozess“ eingebunden, dessen Ergebnisse von der CIMA in einem Maßnahmenkatalog zusammengeführt wurden. Das Münchner Beratungsunternehmen ist mit den Stärken und Schwächen der Pforzheimer Handelslandschaft bestens vertraut, hat es doch das Pforzheimer CityMarketing einst mit angeschoben.

In der Vergangenheit immer wieder diskutiert, will das Stadtoberhaupt nun energische Schritte einleiten, damit Pforzheim als Einkaufsstadt sowohl für die Pforzheimer selbst wie auch für das Umland wieder attraktiver wird. Beruhend auf der Erkenntnis, dass es der Handel ist, der das Gesicht einer Stadt in besonderer Weise prägt, soll insbesondere die Aufenthaltsqualität in der City eine Aufwertung erfahren.

Und ganz deutlich wurde: Zur Umsetzung der Maßnahmen ist der politische Wille wichtig, auch wenn die finanziellen Möglichkeiten nur engen Spielraum zulassen.

Unverändert ist es so, dass Leerstände und Problem-Immobilien die City-Szenerie stören, relevante Ladenlokalgrößen zwischen 300 und 800 Quadratmetern fehlen; hier gilt es insbesondere die Hausbesitzer zu sensibilisieren. Die Ladenöffnungszeiten bedürfen dringend einer „Harmonisierung“ und der Busverkehr harrt nach wie vor einer Lösung.

Zunehmend mehr Billigfriseure, Telefonläden, Fressbuden und Spielhöllen bestimmen selbst in 1a-Lagen die Szene. Ein „Upgrading“, eine Qualitätsverbesserung der innerstädtischen Handelslandschaft ist aber eine Notwendigkeit.

Das 30-seitige „Strategie- und Maßnahmen-Konzept für die Pforzheimer Innenstadt“ beschreibt aber nicht nur die Schwachstellen, sondern definiert auf über 20 Seiten auch sehr konkrete Handlungsfelder, die auf vorhandenen Stärken aufbauen können. Dazu gehört auch der Ausbau des gastronomischen Angebots; mit der zeitlichen Ausdehnung der Außengastronomie zur Erhöhung der Verweildauer wurde hier ein erster Akzent gesetzt.

Und ganz klar ist auch: Die City hört an der Zerrennerstraße nicht auf; der Kernbereich stößt nun bis zur Jahnstraße vor. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass sich die Händlerschaft am und um den Sedanplatz als integrales Element der Pforzheimer Innenstadt versteht.

Vitalität und Urbanität – dies soll auch mit einer Förderung innerstädtischen Wohnens erzielt werden. Und was die Erreichbarkeit betrifft: eine Verbesserung des Parkleitsystems steht ebenso auf der To-do-Liste wie ein verbesserter Zugang für Radfahrer.

Die im Workshop des Oberbürgermeisters versammelten „Strategen“ haben vieles diskutiert und definiert, die CIMA hat alles zu Papier gebracht. Der Prozess ist angestoßen. Grund genug also, das Projekt Innenstadt mit Wohlwollen und Kaufkraft zu begleiten – auch wenn die Dinge sich nicht von heute auf morgen zum Besseren wenden können.