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Pfarrer Michael Dederichs (vorne) von der Katholischen Kirchengemeinde Pforzheims inmitten der Gäste .  Foto: Warzecha 

Neuerungen beim Reitverein Hohberg: Schulpferde sind bereits eingezogen

Pforzheim. „Ich wünsche mir, dass es möglichst nahtlos und komplikationsfrei weitergeht und dass sich die Pferde und Ponys gut einleben. Die Schulpferde sind ja heute hier eingezogen. Wir haben sie zwar schon im Sommer gekauft. Sie standen aber vorher beim Bauern Schmitt im Ort. Außerdem wünsche ich mir, dass unsere Reitstunden und Ferien-Reitkurse gut besucht sind.“ Dies sagte Britta Schwarzien, Leiterin der Reitschule des Reitvereins Pforzheim Hohberg, beim „Tag der offenen Stalltür im Advent“ am vergangenen Sonntag.

Rund 120 Besucher, darunter einige Kinder, besuchten die Weihnachtsfeier und den kleinen Weihnachtsmarkt des Reitvereins. Ab 14 Uhr konnten Reiter ihre Pferde, Hunde und Katzen vom Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde Pforzheims, Michael Dederichs, segnen lassen. Er vertrat Dekan Bernhard Ihle, der erkrankt war. Vor der Segnung der Tiere machte Dederichs auf den Der „Gute Hirte-Psalm“ (Psalm 23) aus der Bibel aufmerksam, den er auch prompt vorsang.

Anschließend segnete er 24 Pferde, eine Katze, sechs Hunde und eine Vereinskatze, indem er jedem von ihnen die Hand auflegte und ein paar persönliche Worte sprach. Was ist das Besondere für ihn an einer Tier-Segnung? „Der Heilige Franziskus, Franz von Assisi, ist mir von Kindesbeinen an lieb und vertraut. Dessen Liebe zu Tieren ist sprichwörtlich“, lächelte er. Dass gerade die Franziskuskirche hier in der Nähe ist, sei dagegen ein Zufall, der den gebürtigen Rheinländer dennoch nach Pforzheim verschlagen hat. Seit 30 Jahren lebt er seitdem in Baden.

Die Tiersegnung stehe nicht auf der Tagesordnung. Zuletzt habe er vor 30 Jahren in Leiberstung in der Nähe von Sinzheim an die 60 Pferde gesegnet. Insgesamt findet auf dem Gelände des Reitvereins alle zwei Jahre eine Segnung für alle Pferde statt. Eine Einzelsegnung habe an diesem Tag zum ersten Mal stattgefunden. Das sagte der Präsident des Reitvereins-Pforzheim Hohberg, Ralf Schwarzien. Segnen bedeute dabei „dem anderen gut zuzusprechen“, wie Dederichs sagte. Dies sei angelegt an das lateinische Wort „Prosit“, was bedeutet „Es möge Dir gut tun.“ Gut tut den momentan rund 130 Mitgliedern, inklusive dem achtköpfigen Vorstand des Reitvereins, sichtlich die Beziehung zu ihrem jeweiligen Pferd. Silke Wernert beispielsweise, die selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Bauschlotter Straße hat, in dem ihr Pferd eingestellt ist, ist schon von Kindesbeinen an pferdebegeistert und trainiert seit 2001 im Reitverein, aktuell mit ihrer Stute Sion’s Sindy.

Was sie an den Tieren schätzt? „Pferde sind immer ehrlich, nicht hinterlistig.“ Auch Marie-Christin Hammer aus Ispringen ist seit 13 Jahren, schon seit sie fünf Jahre alt ist, im Reitverein mit dabei. Seit zwei Jahren hat sie ein eigenes Pferd, die elf Jahre alte Stute Olivia. Wie sehen sie und Silke Wernert das, dass die Vereinsführung nun selbst die Reitanlage in Eigenregie, statt durch verschiedene Pächter führen möchte (die PZ berichtete)? „Es ist immer ein Auf und Ab, aber die Zeit spricht für die Pächter, je länger, desto besser.“