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In diesem Gebäude an der Bleichstraße könnten sämtliche Abteilungen des Jugend- und Sozialamts und noch weitere Einrichtungen aus dem Sozialbereich eine neue Heimat finden.   Foto: Seibel
In diesem Gebäude an der Bleichstraße könnten sämtliche Abteilungen des Jugend- und Sozialamts und noch weitere Einrichtungen aus dem Sozialbereich eine neue Heimat finden. Foto: Seibel
14.12.2016

Neues Sozialrathaus im Rowi-Bau an der Bleichstraße im Gespräch

Zuletzt hatten sich Hinweise mehrerer Seiten gehäuft: Die Stadtverwaltung plane in großem Stil Anmietungen in den Gebäuden der Schmuck- und Uhrenfabrik Rowi an der Bleichstraße, um dort ihr Jugend- und Sozialamt unterzubringen. Mittlerweile hat Sozialbürgermeisterin Monika Müller auf PZ-Nachfrage bestätigt, dass entsprechende Überlegungen existieren.

Zunächst habe es die Vorstellung gegeben, beim Neubau von Gebäuden der Verwaltung im Rahmen der Innenstadtentwicklung-Ost die auf sieben Quartiere verteilten Standorte des Jugend- und Sozialamts zu bündeln. Nachdem etwaige Verwaltungsneubauten in der östlichen City nun bis auf Weiteres als Ersatz für das zum Abriss vorgesehene Technische Rathaus gedacht seien, habe man sich fürs Jugend- und Sozialamt nach Alternativen umgesehen.

Mehrere Standorte denkbar

Nach wie vor würden, so Müller, verschiedene Möglichkeiten und Standorte geprüft, die dem Bedarf und je nach Zuschnitt dessen, was sie selbst ein „Sozialrathaus“ nennt, auch der Größe des entstehenden Behördenapparats entsprechen müssten. „Im Rahmen der Prüfung alternativer Objekte, hat der Eigentümer des Objekts Bleichstraße 56-58 (Rowi-Gebäude) die Bereitschaft signalisiert, über ein mögliches Angebot von Büroflächen zur Vermietung an die Stadt Pforzheim zu sprechen“, teilt die Sozialbürgermeisterin weiter mit.

Sie möchte nun vom Gemeinderat den Auftrag für konkretere Gespräche mit dem potenziellen Vermieter haben – und sieht einige Argumente, die für diesen Standort sprechen. „Für die Bürger scheint die Lage des Gebäudes dank der guten Busanbindung und aufgrund der im Vergleich zur Innenstadt deutlich entspannten Parksituation nicht nachteilig“, so Müller. Sofern wie im Jobcenter ein Informationsschalter geschaffen würde, gäbe es eine serviceorientierte und zielgenaue Steuerung der Kunden. Das Rathaus als Lotse und Dienstleister auch im sozialen Bereich könnte damit verwirklicht werden.

Lösung für einige Probleme

Die Nachteile hielten sich in Grenzen: „Die Anbindung ans Rathaus kann aus unserer Sicht trotz der größeren räumlichen Entfernung gut funktionieren“, auch der Eigenbetrieb Wirtschaft Stadtmarketing Pforzheim (WSP) und das Amt für Bildung und Sport seien vergleichsweise weit entfernt untergebracht, ohne dass sich die Anbindung ans Rathaus dadurch nachteilig entwickelt hätte, argumentiert sie. Demgegenüber soll eine solche Bündelung der 250 Beschäftigten des Jugend- und Sozialamts aus den sieben Standorten einige Probleme beheben. Müller zählt unter anderem eine für Bürger unübersichtliche Verteilung der Stellen, beengte und somit eher konfliktgeneigte Wartebereiche für Kunden genauso auf wie unproduktive Wegzeiten für Mitarbeiter, einen hohen Koordinierungsaufwand, gerade bei Fallbesprechungen, die komplizierte Postverteilung und den zusätzlicher Zeitaufwand durch Beratung und Lenkung von fehlgeleiteten Besuchern.

Weitere Bündelung möglich

Zudem könnten in den künftig zentralen Standort auch beispielsweise der Pflegestützpunkt, die Koordinierungsstelle Integrationskurse, die künftig hauptberufliche Inklusionsbeauftragte, das Familieninformationszentrum, aber auch etwa der Kreisseniorenrat einziehen. Darum sei für das Sozialtrathaus bereits jetzt mehr Fläche als beim bisherigen Jugend- und Sozialamt veranschlagt. Zu möglichen Kosten könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen.