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Die neuen Mitglieder des Internationalen Beirats um die Integrationsbeauftragte Anita Gondek (vorne, links) und OB Gert Hager (hinten, Dritter von links).  Foto: Ketterl
Die neuen Mitglieder des Internationalen Beirats um die Integrationsbeauftragte Anita Gondek (vorne, links) und OB Gert Hager (hinten, Dritter von links). Foto: Ketterl
13.05.2016

Neues Sprachrohr für Zuwanderer: Internationaler Beirat nimmt seine Arbeit auf

„Menschen zu helfen und sich zu integrieren, ist immer gut“, sagt Alan Stefan. Der 27-Jährige, der 2001 ohne Deutschkenntnisse aus dem Irak nach Pforzheim kam und privat wie beruflich Fuß gefasst hat, ist einer der Bürger mit Migrationshintergrund, die sich im Internationalen Beirat einbringen. Gestern hat der auf den Integrationsausschuss folgende Rat die Arbeit aufgenommen.

Er vereint sieben Stadträte und 16 sachkundige Mitglieder, darunter schon zuvor Aktive wie Gaetano Marrone, der für den Erhalt des Ausschusses gekämpft hatte. Dessen Aus sei als „demokratische Entscheidung“ zu akzeptieren, so Marrone. Der neue Beirat soll nun nicht mehr als gemeinderätliches Gremium, unter dem Vorsitz von OB Gert Hager die Teilhabe der Zuwanderer am politischen und gesellschaftlichen Leben erhöhen. Die Integrationsbeauftragte Anita Gondek sprach von einem „kompetenten und tollen Team“, das sich in seiner ersten Sitzung formalen Fragen der Geschäftsordnung widmete. So soll der Beirat mindestens viermal im Jahr tagen und in einem Workshop auf die Gremienarbeit vorbereitet werden. Themen können von der Verwaltung wie von Mitgliedern eingebracht werden.

Die meisten Räte haben selbst Migrationshintergrund, etliche sind beruflich mit Aufgaben der Integration befasst. Anhand von Zahlen verdeutlichte Gondek die Wichtigkeit der Arbeit. So sind fast die Hälfte der 123 000 Pforzheimer Zuwanderer, besonders hoch ist deren Bevölkerungsanteil in der Oststadt und der Au. 1420 Flüchtlinge leben aktuell in Pforzheim, von denen laut Sozialbürgermeisterin Monika Müller 700 noch keinen Asylantrag stellen konnten. Ihnen müsse die Stadt nun die Fahrt nach Heidelberg ermöglichen, um dieser Aufgabe nachzukommen. Er wisse, wie schwierig es sei, in Deutschland Fuß zu fassen, sagte Beiratsmitglied Ahmet Kurt. Deshalb steht er Zuwanderern zur Seite.