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Unweit der Franziskuskirche entsteht ein Quartier mit drei Gebäuden: links werden fünf, rechts sieben und vorne gar elf Stockwerke in den Himmel wachsen. Ketterl
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Blick von der Erprinzenstraße in die Zukunft.Visualisierung: Sacker Architekten
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Lothar Hein am Beton-Musterteil.
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Inmitten der Großbaustelle: die Geschäftsführer von Bau und Grund, Wilfried Wibusch (links) und Lothar Girrbach.

Neues Viertel wächst rasant: Pforzheims Alter Milchhof wird zu Wohnquartier samt Hochhaus

Pforzheim. Ein einzelnes Betonteil führt bereits vor Augen, was der Clou der Fassaden dieses Gebäudeensembles zwischen Erbprinzenstraße, Anshelmstraße und den Bahngleisen sein wird. Am unteren Bereich befindet sich eine Dreiecksleiste, deren Struktur sich nach oben hin dreht.

„Je nach Sonnenstand und Betrachtungswinkel variiert das Aussehen“, erläutert Wilfried Wibusch, Geschäftsführer der Gesellschaft Bau und Grund, beim PZ-Ortstermin mit dem weiteren Geschäftsführer Lothar Girrbach und Technik-Chef Lothar Hein den Reiz dieser Textur. Sie trägt die Handschrift des Freiburger Büros Sacker Architekten, das den Wettbewerb gewonnen hat. Allein besagtes Musterstück wiegt 1,1 Tonnen und zeigt: Hier wird Gigantisches bewegt.

Im vorigen November war erster Baggerbiss, inzwischen nimmt das neue Quartier unweit der St.-Franziskus-Kirche Form an. Nicht nur die Tiefgarage mit 84 Stellplätzen ist zu erkennen, sondern auch jedes der drei Gebäude, die dort, wo der Alte Milchhof stand, einen neuen Stadtraum bilden werden. Fünf Stockwerke hoch wird der Bau an der Erbprinzenstraße, sieben sind es beim zweiten Gebäude an den Bahngleisen, an der Anshelmstraße wachsen gar elf Geschosse in den Himmel. Dies sei seit Jahrzehnten das erste Hochhaus, das in Pforzheim neu gebaut werde, stellt Wibusch eine der Besonderheiten dieses Großprojekts heraus.

66 Mietwohnungen entstehen beim Alten Milchhof, die meisten mit zwei Zimmern und 55 Quadratmeter groß, alle mit Balkon ausgestattet und barrierefrei zu erreichen. Nur vereinzelt ergänzen Drei-Zimmer-Wohnungen das Angebot. „Single-Haushalte nehmen deutlich zu“, berichtet Girrbach. Und der Wohnraum muss bezahlbar sein. Mit einem Mietzins von zehn Euro pro Quadratmeter ist zu rechnen. „Die Nachfrage ist bereits sehr gut“, sagt Girrbach. In etwa einem Drittel könnte die Arbeiterwohlfahrt betreutes Wohnen anbieten – sollte die Awo im laufenden Ausschreibungsverfahren auch den Zuschlag für die Trägerschaft der Kindertagesstätte erhalten. 100 der ebenfalls so dringend benötigten Kita-Plätze werden hier geschaffen. Die Oststadt sei in dieser Hinsicht aktuell „eine der größten Defizitlagen“, so Wibusch.

In den nächsten Monaten geht es für die Bauarbeiter nebenan bis zu 36 Meter hoch hinaus. Das kleinere Gebäude soll im Oktober, das mittlere im Dezember und das Hochhaus dann im März 2020 so weit fertig sein, damit die Gestaltung des Innern richtig Fahrt aufnehmen kann – um den Alten Milchhof in der Oststadt dann von Herbst 2020 an mit neuem Leben zu erfüllen.

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