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Erhielten von Oberbürgermeister Gert Hager (rechts) beim Neujahrsempfang die Bürgermedaillen: (von links) Lioba und Wolfgang Jammerthal, Günter Stieß und Reinhard Kölmel. © Ketterl
08.01.2012

Neujahrsempfang: Hager will mehr Ehrlichkeit in Politik

Pforzheim. Beim diesjährigen Neujahresempfang im Pforzheimer CongressCentrum hat Oberbürgermeister Gert Hager die Werte „Transparenz, Ehrlichkeit und Vertrauen“ in den Mittelpunkt seiner Ansprache gerückt. Die Stadt und er selbst hätten „nur gute Erfahrungen damit gemacht, ehrlich und transparent auch unangenehme Dinge rasch zu präsentieren“, wie zum Beispiel das „Derivate-Debakel“, die „schwere Haushalts- und Finanzkrise 2009/2010“ und zuletzt die schwerwiegenden statischen Probleme der Nordstadtschule. Damit stellte er auch das durch langes Schweigen geprägte Taktieren und scheibchenweise Präsentieren von Wahrheiten von Bundespräsident Christian Wulff ins Abseits. Alle Details zu der Hager-Rede und zu den mit der Bürgermedaille Geehrten gibt es in der Montagausgabe der "Pforzheimer Zeitung" auf einer Sonderseite.

Bildergalerie: Impressionen vom Neujahrsempfang der Stadt Pforzheim - 1

Als „sehr gefährlich für unser demokratisches Staatsverständnis“ hat Hager das „derzeitige Schauspiel um das Gebaren unseres Bundespräsidenten“ bezeichnet. „Tricksereien und Unehrlichkeit in der Politik“ würden das Vertrauen der Menschen untergraben. Er habe in den vergangenen Tagen von vielen Bürgern im Gespräch erfahren, „dass sie sich angewidert abwenden angesichts der immer ungeheuerlicher werdenden Enthüllungen“. Selbstherrlichkeit scheine im Vordergrund zu stehen. Politik müsse in Zeiten wie diesen „auch eine Vorbildfunktion haben“. Vertrauen, Ehrlichkeit und Transparenz seien das wichtigste Kapital für Politiker“. Hager erbost: „Das geht doch so nicht, das kann man niemandem mehr erklären!“

Bildergalerie: Impressionen vom Neujahrsempfang der Stadt Pforzheim - 2

Lob gab es für die Verwaltung für das Großprojekt Amazon, das in Rekordzeit durchgezogen worden sei. Auch der Innenstadtring nehme langsam Form an, man müsse aber beim Bau mit Belästigungen rechnen. 

Im Anschluss verlieh das Stadtoberhaupt drei Bürgermedaillen. Mit der Auszeichnung von Lioba und Wolfgang Jammerthal wurden zwei Persönlichkeiten geehrt, die sich „langjährige, vielfältige Verdienste um die Stadtgemeinschaft in ihren kulturellen und sozialen Strukturen“ erworben haben. Reinhard Kölmel erhielt die Bürgermedaille für seine „langjährigen, vielfältigen Verdienste um die Amateurtheaterförderung und für sein langjährig anhaltendes Engagement für die Kultur unserer Stadt“. Um die „Integration behinderter Menschen in unsere Gesellschaft sowie um die Förderung ihrer Lebensqualität“ hat sich Günter Stieß seit vielen Jahren und in vielfältiger Weise verdient gemacht, was ihm heute die Bürgermedaille einbrachte. ol/pm

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