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Johannes Becker, Duman Sezer, Landesinnungsmeister und Obermeister der lokalen Bäcker-Innung Martin Reinhardt, Kreishandwerksmeister Rolf Nagel, der Erste Landesbeamte im Enzkreis Wolfgang Herz, Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch und Jürgen Ast von der Fleischer-Innung (von links) präsentieren die Jahresgaben des Handwerks. In diesem Jahr gingen sie nach der Veranstaltung ans Wichernhaus. Foto: Ketterl
17.01.2019

Neujahrsempfang der Handwerker: „Immer nur alle zum Abitur zu führen, ist der falsche Weg“

Pforzheim. Die Handwerker aus der Region freuen sich beim Neujahrsempfang über Umsatzwachstum. Für die Betriebe bedeutet das aber auch, dass viele Überstunden anfallen.

Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter den Handwerksunternehmen in Pforzheim und dem Enzkreis – und auch für die nächsten Monate sind die Aussichten gut. Landesweit wird für 2018 von einem Umsatzzuwachs von 4,5 Prozent gesprochen – weiteren 3,5 Prozent erwartet der Baden-Württembergische Handwerkstag für 2019. Doch dieser Erfolg hat auch Schattenseiten, wie der stellvertretende Kreishandwerksmeister Frank Herrmann beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Pforzheim-Enzkreis am Mittwochabend im Reuchlinhaus erklärte.

Bildergalerie: Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Pforzheim-Enzkreis

Johannes Becker, Duman Sezer, Landesinnungsmeister und Obermeister der lokalen Bäcker-Innung Martin Reinhardt, Kreishandwerksmeister Rolf Nagel, der Erste Landesbeamte im Enzkreis Wolfgang Herz, Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch und Jürgen Ast von der Fleischer-Innung (von links) präsentieren die Jahresgaben des Handwerks. In diesem Jahr gingen sie nach der Veranstaltung ans Wichernhaus. Foto: Ketterl
Ihm hatte Kreishandwerksmeister Rolf Nagel diesmal den Platz am Mikrofon überlassen. Er sei „jung, dynamisch, gut aussehend – also so wie ich vor 20 Jahren“, scherzte Nagel, bevor Herrmann zu den ernsten Themen kam. „Die Beschäftigungszahlen hinken dem Umsatz hinterher. Überstunden sind die Folgen. Neben der guten Auftragslage ist hierfür vor allem der voranschreitende Fachkräftemangel verantwortlich“, erklärte er und forderte die Politik auf, mehr zu tun. Etwa durch ein schnelles Umsetzen des Fachkräftezuwanderungsgesetzes, aber auch ein Umdenken in der Schulpolitik. „Immer nur alle zum Abitur zu führen, ist – gerade aus Sicht des Handwerks – der falsche Weg“, so Herrmann.

Mehr lesen Sie am Donnerstag, 17. Januar, in der "Pforzheimer Zeitung".

Schreiberling
17.01.2019
Neujahrsempfang der Handwerker: „Immer nur alle zum Abitur zu führen, ist der falsche Weg“

Ein so breites Allgemeinwissen wie beim Abitur wird in keinem Schulsystem vermittelt. Absteigen kann man immer, aufsteigen dagegen nur mit Mühe. Die Abiturienten können studieren, dh ihre Bildung weiter ausbauen. Abiturienten können aber auch eine Lehre machen. Wäre interessant, diesen Verbandsfunktionär zu fragen, ob er einen Unterschied sieht zwischen Handwerkslehrlingen oder -meistern mit und solchen ohne Abitur. Ich denke, dass es da einen Unterschied gibt, kann es in meiner eigenen Familie ...... mehr...

Faelchle
17.01.2019
Neujahrsempfang der Handwerker: „Immer nur alle zum Abitur zu führen, ist der falsche Weg“

Handwerksberufe sind in der Regel in Klein/inhabergeführten Betrieben zu finden. So fallen oftmals die Vorzüge eines Mittleren-oder Großbetriebes weg: gut organisiert: zusätzliche Sozialleistungen, gute Organisation, gewerkschaftliche Mitbestimmung etc. weg. Die Aufstiegs. und finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt, es sei denn, man strebt eine Selbstständigkeit an. Bäcker, Maler, Elektriker Installateur, Zimmermann, das Baugewerbe etc. sind nun mal Berufe, wobei man verschwitzt und verstaubt ...... mehr...