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Sieht Licht am Ende des Tunnels: Oberbürgermeister Gert Hager gab sich in seiner Neujahrsansprache recht optimistisch. © Ketterl
09.01.2011

Neujahrsrede: OB Hager sieht Licht am Ende des Tunnels

"Pforzheim – Stadt mit Zukunft!" lautete der Titel der Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Gert Hager vor rund 1400 Zuhörern im CongressCentrum Pforzheim. Dort hatte er vor einem Jahr seine erste Neujahrsrede gehalten. "Seither ist in Pforzheim mehr passiert, als ich vor einem Jahr jemals gedacht hätte", erklärte Hager. Und damit meinte er nicht in erster Linie die negativen Schlagzeilen der letzten Wochen wie etwa die Auseinandersetzungen zwischen Banden oder die Schüsse auf eine Disco, sondern die Abwendung eines "Finanzdesasters, wie es die Stadt seit den Zeiten des Wiederaufbaus nicht mehr erleben musste."

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Mehrere Hundert Millionen Euro hätten damals in den Haushaltsplänen gefehlt, "die unsäglichen und völlig unnützen Derivat-Geschäfte" hätten, so Hager, ein weiteres Loch in Höhe von 57 Millionen Euro geschlagen. Auf der anderen Seite seien damit die Rücklagen verbraucht gewesen. Und, so Hager weiter: "Das Tafelsilber hatte die Stadt schon in den Jahren und Jahrzehnten zuvor verkauft".

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Doch in seiner zweiten Neujahrsansprache konnte Hager Optimismus verbreiten: "Wir sind zwar noch längst nicht über den Berg, aber wir erkennen wieder einen Weg in die Zukunft." Investitionen seien priorisiert und manches davon zurückgestellt worden, die Stadt spare bis an die Schmerzgrenze. Kulturträger, soziale Einrichtungen und Sportvereine hätten Kürzungen bei den Zuschüssen hinnehmen müssen. Aber damit sei es gelungen, das schlingernde Schiff „Stadt Pforzheim“ zu stabilisieren und die Verschuldung nicht explodieren zu lassen.

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Aber auch die Bürger hätten ihren Teil dazu beigetragen. Stellvertretend nannte der OB zwei Aktionen: Die Hilfe für das Wartbergbad und die „Hand-in Hand-Aktion“ der „Pforzheimer Zeitung“. Zum einen hätte durch bürgerliches Engagement eine wichtige Freizeiteinrichtung gerettet, und zum anderen durch viele Spenden wichtige Projekte wie Schulfrühstück, Schulhof-Sanierung Integrationsmaßnahmen oder Sportgutscheine für Kinder ermöglicht werden können.

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"Aber machen wir uns nichts vor: das reicht nicht, das wird für die Zukunft, für die Zukunft Pforzheims nicht reichen!", erklärte Hager. Pforzheim brauche den „Masterplan“. Hier könnten Bürger aktiv daran mitwirken, Richtlinien und Themenschwerpunkte für die Stadt festzulegen. Dabei warb der OB für die Auftaktveranstaltung am 2.Februar um 19 Uhr im CongressCentrum.

Anschließend überreichte Hager drei Bürgermedaillen an Menschen, die sich um Pforzheim verdient gemacht haben. Gerhard Drautz war Kommunalpolitiker, Kreis- und Regionalrat sowie bis vor kurzem Vorsitzender des Sportkreises Pforzheim-Enzkreis. Regine HAHN war Elternvertreterin an mehreren Schulen, Vorsitzende vom Bürgerverein Nordstadt, aktiv im Amateurtheaterverein des Kulturhauses Osterfeld, Helferin der Aktion „Kochen mit Kindern“ an der Nordstadtschule. Sie übernahm ein Lesepaten-Modell aus Hamburg für die Nordstadtschule, führt Ferienprogramme durch, organisierte eine Schulfrühstücksaktion und Beratungsaktionen im Familienzentrum Nord, wirkte beim „Anti-Graffiti-Mobil“ mit. Hermann SCHÜTZ war Mitglied des Außenhandelsausschusses der Industrie- und Handelskammer, gründete eine Verkaufskooperationen Pforzheimer Schmuckhersteller für die Erschließung von Überseemärkten und den Verein „Pforzheim mit gestalten“. Er ist auch verantwortlich für die Stelen der Erinnerung auf dem Wallberg.

Für die musikalische Begleitung sorgten der Goldstadtfanfarenzug unter der Leitung von Michael Bonnet, der Musikverein Dillweißenstein unter der Leitung von Diana Glasstetter sowie die Sänger des Theaters Pforzheim, Elif Aytekin und Axel Humbert mit Diethard Stefan Haupt am Flügel. Schornsteinfeger hatten danach kleine schwarze Glücksbringer im Foyer verteilt.

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