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19.05.2009

Neun Pforzheimer Kindertagesstätten bestreikt

PFORZHEIM. Der Streik in den Kindertagesstätten hat nun auch Pforzheim erreicht. Am Dienstag blieben sowohl die Einrichtung "Momo" an der Östlichen Karl-Friedrich Straße als auch das "Haus am Markt" in Brötzingen geschlossen. Sieben weitere Kitas wurden teilbestreikt.

"In diesen teilbestreikten Häusern hatten wir heute reduziertes Personal", sagt Michael Strohmayer, Pressesprecher der Stadt Pforzheim zu PZ-news. Vor verschlossenen Türen musste laut Strohmayer jedoch niemand stehen. "Auch die beiden geschlossenen Häuser hatten einen Notdienst, der gegebenenfalls abgegebene Kinder in andere Einrichtungen gebracht hätte", so Strohmayer weiter.

Mit dem Streik vollauf zufrieden war Amelie Poll von der Gewerkschaft ver.di. Zwar habe man einigen Erzieherinnen die Angst vor möglichen Konsequenzen durchaus angemerkt, aber insgesamt sei die Stimmung während des Streiks sehr positiv gewesen, so die Gewerkschaftssekretärin. Auch viele Eltern hätten laut Amelie Poll Verständnis für die Kita-Streiks und zeigten sich solidarisch mit den Erzieherinnen, die seit Wochen für einen besseren Tarifvertrag kämpfen.

Im Vorfeld hatte es Aufregung um einen Brief des Personalamtes der Stadt Pforzheim gegeben, in welchem laut ver.di den Teilnehmern des Streiks mögliche arbeitsrechtliche Konsequenzen angedroht worden waren. Sozialbürgermeister Gert Hager wies derartige Anschuldigungen auf Nachfrage jedoch zurück. "In dem Brief wurde auf die möglichen Folgen eines Streiks hingewiesen. Insofern war dies ein Akt der Fürsorge und keine Einschüchterung der Mitarbeiter", so Hager.

Für die kommende Woche kündigte ver.di weitere Streiks an. Diese sind aus Sicht der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände in Frankfurt (VKA) „überflüssig und rechtswidrig“. VKA-Präsident Thomas Böhle appellierte an die Gewerkschaften, zusammen konstruktiv eine Lösung zu suchen.