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Symbolbild: PZ-Archiv
Symbolbild: PZ-Archiv
11.01.2019

Neunjährige missbraucht: Fünf Antworten zu Verjährung, Haftbefehl und Täter

Pforzheim. Nachdem die Polizei einen 55-Jährigen überführt hat, der vor 21 Jahren eine Neunjährige in Pforzheim missbrauchte, waren bei vielen PZ-Lesern am Freitag noch einige Fragen offen. Die PZ hat die Antworten.

Warum ist der Mann, der die Tat gestanden hat, auf freiem Fuß?

Ein Haftbefehl sei nicht beantragt worden, weil weder Flucht-, Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr bestanden hätten, so die Polizei auf PZ-Anfrage.

Gab es weitere Übergriffe durch den Mann?

Der 55-Jährige hat weitere Fälle – im Großraum Karlsruhe – gestanden. Dort hat er unter anderem einer 13-Jährigen Sperma mit einer Spritze in die Kniekehle gespritzt und versucht, einer Siebenjährigen unter den Rock zu filmen. Dabei wurde er geschnappt. Die Polizei wartet nun ab, ob sich noch mehrere Frauen melden – möglicherweise haben sie Verunreinigungen an ihrer Kleidung festgestellt, aber nicht mit Sperma in Verbindung gebracht.

Ist die Tat verjährt?

Viele Leser befürchten, dass die Tat nach 20 Jahren verjährt sei. Doch: Je nachdem, nach welchem Paragrafen des Strafgesetzbuchs die Tat letztlich behandelt wird, gelten unterschiedliche Verjährungsfristen. Doch: In der Regel beginnt die Frist frühestens mit Vollendung des 30. Lebensjahrs des Opfers. Somit kann der Mann voraussichtlich noch belangt werden, was auch die Polizei gegenüber der PZ bestätigte.

Wo in Pforzheim kam es zu dem Übergriff?

Es geschah im Mai vor 21 Jahren in der Oststadt: „Spontan“, so Staatsanwältin Regina Schmid von der Pforzheimer Anklagebehörde, griff sich der Beschuldigte ein damals neunjähriges Mädchen und verging sich an dem Kind. Er soll das ihm fremde Mädchen, das er mit einem Messer bedroht habe, in einen Keller gedrängt haben. So lautet die veröffentlichte Beschuldigung seitens der Polizei und der Staatsanwaltschaft.

Wer ist der Beschuldigte?

Bei der Tat war er 33 Jahre alt. Er ist ein Deutscher aus dem Landkreis Karlsruhe, der sich damals in Pforzheim zu Besuch befand.

Mehr dazu - unter anderem zu dem DNA-Test, mit dem die Polizei dem Mann die Taten nachwies - lesen Sie am Samstag, 12. Januar, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.