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So könnte das Outlet-Center im Brötzinger Tal einmal aussehen: Neben Verkaufsflächen für hochwertige Marken sind Flächen für Gastronomie, Shops für den Verkauf von Schmuck und Uhren aus der Goldstadt und Präsentationsflächen für Studenten der Hochschule vorgesehen. Visualiierung: Privat
So könnte das Outlet-Center im Brötzinger Tal einmal aussehen: Neben Verkaufsflächen für hochwertige Marken sind Flächen für Gastronomie, Shops für den Verkauf von Schmuck und Uhren aus der Goldstadt und Präsentationsflächen für Studenten der Hochschule vorgesehen. Visualiierung: Privat
Das Areal für das Outlet liegt verkehrsgünstig direkt an der Westtangente.
Das Areal für das Outlet liegt verkehrsgünstig direkt an der Westtangente.
14.04.2019

Nicht um jeden Preis: Klaus Bader fordert rasche Entscheidung zu Outlet-Plänen

Pforzheim. Sollte der Pforzheimer Gemeinderat, wegen Neuwahlen und Sommerpause erst im Herbst über das geplante Factory-Outlet im Brötzinger Tal entscheiden, gehe fast ein halbes Jahr ins Land, beklagt Klaus Bader. Verlorene Zeit, sagt er. Denn nur bei einem raschen und eindeutigen Signal aus dem Rathaus wolle man die Pläne konkretisieren und viel Geld ausgeben, betont der Pforzheimer Versandhaus-Chef.

Erst mit der positiven Abstimmung des Gemeinderats könne das Regierungspräsidium aktiv werden und das weitere Genehmigungsverfahren starten, so Bader. Auch der Regionalverband müsse dann seine ablehnende Haltung wohl überdenken, hofft der Unternehmer.

Die Diskussion um innenstadtschädliche Sortimente stößt Bader ohnehin sauer auf, handelt es sich beim Outlet doch um eine andere Zielgruppe im höheren Preissegment. Falls das Outlet den innerstädtischen Handel negativ beeinflussen würde, wäre doch auch an die Firma Bader selbst zu denken, betreibe sie doch auch einen stationären Handel in der Innenstadt, sowie ihren Versandhandel an sich. Die Markenshops im Outlet seien anders gestrickt, als das bestehende Angebot in der Pforzheimer Innenstadt, erläutert Bader.

„Der eigentliche Rivale beim großen Thema Belebung der Innenstädte ist der Onlinehandel“, betont Geschäftsführer Colin Bader. „Dieser wird in der aktuellen Diskussion völlig ausgeblendet. Schlimmer noch, es wird dem Totengräber des stationären Handels sogar eine Amazonstraße gewidmet.“

Der Einzelhandel könne dem Onlinehandel eben nur Konzepte entgegensetzen, welche Magnetwirkung hätten und Menschen von außerhalb in die Region bringen. Dies wirke zwangsläufig positiv. „Unsere Region steht im Wettbewerb zu anderen Regionen“, so Colin Bader. Einer solchen Wettbewerbssituation müsse man aktiv begegnen. „Unsere Region hat viele Chancen, werden diese nicht ergriffen, passieren die Entwicklungen an anderer Stelle“, sagt Bader. „Es braucht weniger Bedenkenträger und mehr Macher.“

Die Pläne der Familie Bader

Die Familie Bader will das leerstehende Versandzentrum im Brötzinger Tal für die Errichtung eines Outlet nutzen. Die Verkehrsanbindung könnte über die Westtangente erfolgen, die dort in wenigen Jahren vorbeiführen wird. Eigenständige Markenshops sollen ihre Produkte auf einer Gesamtfläche von 24.000 Quadratmetern präsenteren. Davon sind 5000 Quadratmeter für gastronomische Zwecke und Erlebnis-Events reserviert.

Das Problem: Ein Outlet mit innenstadtrelevantem Sortiment – (wie Schuhen und Bekleidung) darf nicht in einem Gewerbegebiet außerhalb der City – sprich auf der grünen Wiese – entstehen. Das schreibt der Landesentwicklungsplan für Baden-Württemberg vor. Der Einzelhandelsverband sieht für das Outlet allenfalls eine Fläche von maximal 10.000 Quadratmetern vor – was allerdings die Magnetwirkung für alle deutlich reduzieren würde.

Im Konzept, das den Pforzheimer Stadträten und der PZ vorliegt, werden allerhand positive Aspekte für Pforzheim und die Region aufgelistet:

  • Imagegewinn und Steigerung des Bekanntheitsgrades der Region
  • Anziehung von kaufkräftigem Publikum aus über 100 Kilometern Umkreis
  • Anlaufadresse auch für Urlauber aus dem Schwarzwald – Beispiel FOC Metzingen zeigt, dass 19 Prozent der Besucher aus dem Ausland kommen
  • Belebung der touristischen Attraktionen der Region Nordschwarzwald
  • Schaffung von über 1000 Arbeitsplätzen
  • Zusätzliche Steuereinnahmen
  • Belebung der Innenstadt und Chance für den innerstädtischen Handel (zehn Prozent der prognostizierten 2,5 Millionen Besucher kommen auch in die City)
  • Wiederbelebung des Begriffs Goldstadt durch ein attraktives Angebot an Schmuck und Uhren in Kooperation mit der heimischen Industrie
  • Gegenpol zum wachsenden Onlinehandel ist der Erlebniseinkauf
  • Belebung einer Industriebrache am künftigen Eingangstor der Goldstadt an der Westtangente.

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NeiGschmeckter
14.04.2019
Nicht um jeden Preis: Klaus Bader fordert rasche Entscheidung zu Outlet-Plänen

Die gleiche Diskussion lief doch vor Jahren direkt um die Ecke in KA als das Ettlinger Tor Center geplant wurde: Die Innenstadt verwaist, nur Billigshops, keiner braucht eine Shopping mall - da wurde auch viel rumgheult.... UND? Einfach mal über den Tellerrand schauen (Okay, der kleinwüchsige/-geistige Pforzheimer kann kaum aus seiner Tallage rausschauen): Die Innenstadt von KA ist nicht verödet, Geschäfte sind nach wie vor vorhanden, die Gastronmie blüht an den Plätzen rund um die ...... mehr...

insiderbroe
14.04.2019
Nicht um jeden Preis: Klaus Bader fordert rasche Entscheidung zu Outlet-Plänen

Eine wirklich gute Idee, die Pforzheim etwas großes bringen würde, aber schon Wellendorf,s Ideen wurden allesamt abgeschmettert, und mit diesem Gemeinderat wird auch dieses Projekt nie verwirklicht werden können. Es sind ja bald Wahlen... mehr...

helmut
14.04.2019
Nicht um jeden Preis: Klaus Bader fordert rasche Entscheidung zu Outlet-Plänen

Natürlich hat das den Karlsruhern mitten in der Stadt gutgetan. Den Orten, aus denen die Kunden kommen, bestimmt nicht. Ob die WiHö und dem Outlet, außerhalb der Stadt, dieser Vorteile bringt ist zweifelhaft. In Karlsruhe ist ebenfalls nicht alles Gold was glänzt. Hierrüber freuten sich alle aus diesen Regionen ganz besonders: Outlet-Center will Millionen Kunden anlocken - Kritik am "Kulissendorf … Bei unserem Fortschritt werden Snobs demnächst ihre Einkäufe in Paris und Mailand ...... mehr...

Pinocchio
14.04.2019
Nicht um jeden Preis: Klaus Bader fordert rasche Entscheidung zu Outlet-Plänen

Man hat den Eindruck, die Pforzheimer sind sich selbst im Weg. Den einen ist alles Wurscht und die anderen geben die Richtung an. Das Outlet-Center sollte von den Bürgern unterstützt werden, indem sie dies den Gemeinderäten nahelegen. Oder kann die Stadtverwaltung die durch die Firma Bader in Aussicht gestellten Arbeitsplätze beschaffen? Es ist ja nicht so, dass die Kälber ihre Metzger gewählt haben...... mehr...