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Julia Wessinger aus Niefern-Öschelbronn (links) und PZ-Redakteurin Nina Giesecke lassen sich weihnachtlichen Spekulatius schmecken. © Klumpp
09.09.2016

Ninas Ding: 30 Grad, 0 Bock auf Lebkuchen

Pforzheim. Sie schmecken süß, schokoladig und ein wenig nach Zimt, Kardamom und Nelken. Lecker! Ich kriege kaum genug davon. Am liebsten warm eingekuschelt vor dem Tannenbaum, wenn draußen der Schnee fällt. Nur ist bei 30 Grad plus Außentemperatur tatsächlich schon die richtige Zeit für Lebkuchen, Printen, Spekulatius und Dominosteine?

Die Regale der Supermärkte in Pforzheim und der Region sind seit Kurzem voll davon. Aber schmecken den Pforzheimern die Lebkuchen denn auch bei Sonnenschein? Schon an der Supermarkt-Kasse werde ich von der Kassiererin kritisch beäugt. Ob ich schon in Weihnachtsstimmung sei? „Na klar“, antworte ich, um Haltung zu wahren. Ich raffe mein Sommerkleidchen und mache mich voll bepackt mit weihnachtlichen Leckereien auf in die Fußgängerzone.

Umfrage

Haben Sie auch schon Lust auf Printen, Spekulatius und Dominosteine?

Ja 12%
Nein 84%
Ich esse grundsätzlich keine Süßigkeiten 4%
Stimmen gesamt 1196

Lust auf Lebkuchen? Ich ernte eine Abfuhr nach der anderen. Die meisten, denen ich die Advents-Leckerli unter die Nase halte, lehnen dankend, teilweise kopfschüttelnd ab. Außer Willi Müller aus Pforzheim. Der Senior war mit seinem Fahrrad unterwegs. „Ich bin von Mühlacker nach Pforzheim gefahren, da kommt so eine kleine Stärkung zwischendurch gerade recht“, sagt er und greift zu.

Doch nach Willi Müller folgt erst mal niemand. Eine halbe Stunde verstreicht. Keiner ist interessiert, niemand möchte mit den weihnachtlichen Versuchungen seine Geschmacksnerven kitzeln. „Ich esse liebe eine Kugel Eis“, erklärt mir eine Passantin und geht zielstrebig an mir vorbei.

Bildergalerie: Ninas Ding: Lebkuchen im Sommer

Langsam zerrinnt die Schokolade der Lebkuchen zwischen meinen Fingern. Endlich: Eine junge Frau kommt auf mich zu. Ihre Augen leuchten. „Ich liebe Spekulatius, egal zu welcher Jahreszeit“, sagt Julia Wessinger und beißt lustvoll in einen Keks. Gemeinsam gönnen wir uns ein paar der knackigen Mürbteig-Plätzchen. Trotzdem bleibe ich auf drei Packungen Lebkuchen und Dominosteinen sitzen.

Zurück in der Redaktion der PZ werde ich sie jedoch schneller los, als ich Weihnachten rufen kann. Redakteure brauchen schließlich Nervennahrung.