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Das Gesicht kennt man in Pforzheim: Ulrike Brock. Sie ist Chefin des „California“. Doch das Kult-Lokal an der Poststraße schließt Ende Januar – nach PZ-Informationen wegen fehlender Brandschutz-Auflagen.Foto: Ketterl
Das Gesicht kennt man in Pforzheim: Ulrike Brock. Sie ist Chefin des „California“. Doch das Kult-Lokal an der Poststraße schließt Ende Januar – nach PZ-Informationen wegen fehlender Brandschutz-Auflagen.Foto: Ketterl
08.07.2016

Noch eine Gastro-Ära endet - „California Café Max“ schließt Anfang 2017

Pforzheim. Dass die Ära des „Hopfenschlingels“ am Sedanplatz – zumindest in der bisherigen Form – im August endet, trifft Gäste des Wirts Axel Grießmayer hart. Nun muss die Gastro-Szene einen weiteren herben Dämpfer verkraften. Die Tage des „California Café Max“ an der Poststraße sind gezählt, bestätigt die Betreiberin Ulrike Brock auf PZ-Nachfrage. Sie werde das Lokal nur noch bis zum 14. Januar führen. Dann macht Brock dort Schluss – schweren Herzens.

Es gibt nur wenige Gastronomen und Lokale in der Stadt, die den Zusatz „Kult“ verdienen. „Die Uli“ und ihr „California“ gehören dazu. Die Mittfünfzigerin kennt eigentlich jeder. Schließlich stehen sie und Maximilian Liebhart seit gefühlten Urzeiten in der Küche und hinterm Tresen – etwa im „0815“ bei der Altstädterkirche, im Brötzinger „Fischersteg“, dann eben rund 20 Jahre lang an der Poststraße. Wohl als Erste haben die beiden spezielle Tarife für Hochschüler eingeführt und so junge Leute ins Lokal geholt. Überhaupt punktete sie mit urigen Speisen und bezahlbaren Preisen. „Man bekommt das Essen schnell, es ist günstig und gut“, beschreibt ein „California“-Gast den Grund für seine Treue und muss auf die Frage nach seinen Lieblingen auf dem Teller nicht lange überlegen: „Linsen mit Spätzle, saure Nierle, Schniposa“. Auch davon fällt ganz offensichtlich der Abschied schwer.

Sie wie ihre Stammgäste, deren Anteil sie auf 70 Prozent schätzt, hätten erst einmal schlucken müssen, sagt Ulrike Brock. Das alles sei „sehr bedauerlich – für die Kundschaft wie für uns“. Doch es ist ganz offensichtlich eine Frage der Vernunft. Die Auflösung des Vertrags sei in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt, stellt Brock heraus, die dankbar dafür ist, das Lokal noch bis in den Januar hinein führen zu dürfen: „Es geht ganz normal weiter.“ Nach Informationen der „Pforzheimer Zeitung“ sind es unter anderem Brandschutz-Auflagen, die diesen Schritt nötig machen. Christine Schmitt, Geschäftsführerin der Saacke-Bau GmbH & Co. KG, bestätigt gegenüber der PZ, dass das „California“ im Januar schließt. Wie es in diesem Ladenlokal im Saacke-Carré weitergehen könnte, ist noch nicht zu erfahren. Und was macht Ulrike Brock? Sie könne sich gut vorstellen, gastronomisch tätig zu bleiben, wenn auch nicht mehr mit eigenem Restaurant. Vielleicht gehen Schniposa und Nierle künftig auf Reisen. Brock erwägt, einen Lieferservice aufzuziehen.

<<<Hier geht es zum Artikel über Schließung des Hopfenschlingels>>>

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