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Die Untersuchung hatte der Aufsichtsrat in Auftrag gegeben, nachdem die Stadtwerke im Dezember massive Verluste durch umstrittene Telesales-Verträge einräumen mussten.

Noch keine Ergebnisse der SWP-Prüfung durch Ernst & Young

Pforzheim. Die externe Untersuchung der SWP-Affäre durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young ist noch nicht abgeschlossen. Dies teilte der Erste Bürgermeister und SWP-Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Büscher auf Anfrage der „Pforzheimer Zeitung“ mit.

Sobald Ergebnisse vorlägen, hieß es, würde der Aufsichtsrat davon unterrichtet werden. Das Gremium selbst entscheide anschließend, in welcher Form die Erkenntnisse aus der Prüfung öffentlich gemacht würden. Die Untersuchung hatte der Aufsichtsrat in Auftrag gegeben, nachdem die Stadtwerke im Dezember massive Verluste durch umstrittene Telesales-Verträge einräumen mussten. Dies führte zu einem Gewinneinbruch von gut elf Millionen Euro in 2017 auf 4,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Insider schließen nicht aus, dass die Verluste durch Telesales, bei dem Kunden per Telefon geworben werden, deutlich höher ausfallen könnten als befürchtet. Als Konsequenz aus dem lange nicht gemeldeten Gewinneinbruch wurden im Januar auch die beiden Geschäftsführer Roger Heidt und Thomas Engelhard vom Aufsichtsrat fristlos abberufen. Die Geschäfte der Stadtwerke führt seitdem Herbert Marquard. Im Zuge des Gewinneinbruchs verzichtete der Aufsichtsrat auch auf eine Renditeausschüttung an die Mehrheitsgesellschafterin Stadt Pforzheim und die Mitgesellschafterin Thüga AG. Die fehlenden 6,5 Millionen Euro haben Oberbürgermeister Peter Boch und den Gemeinderat Ende des Jahres dazu veranlasst, die Verabschiedung des Doppelhaushalts 2019/2020 zu verschieben. Am kommenden Dienstag soll der Etat nun verabschiedet werden.

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