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Es scheint doch zu funktionieren, dass der 23. Februar nicht nur – wie zunächst von OB Peter Boch (CDU) gewünscht – ein Tag des Gedenkens an die Opfer des Bombenangriffs wird, sondern durchaus politisch durchwirkt. Archivbild: Ketterl 

Nur AfD schließt sich Aufruf zum 23. Februar nicht an

Pforzheim. Ist der Tag des Gedenkens an die Bombardierung Pforzheims am 23. Februar 1945 „überfrachtet“ (Hans-Ulrich Rülke/FDP) mit anderen Veranstaltungen als der Gedenkfeier auf dem Hauptfriedhof und der Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz? Oder muss man gerade an diesem Tag nicht nur das Gedenken, sondern auch das Nachdenken hochhalten, wie alles begann, wozu es führte und was es den Nachgeborenen als Mahnung mitgeben kann und soll? Darüber wird auch nach der Gemeinderatssitzung und dem nachträglich eingebauten Tagesordnungspunkt kontrovers diskutiert werden.

Gleichwohl stimmte das Gremium mehrheitlich – bei Enthaltungen der vierköpfigen AfD-Fraktion dafür, den Aufruf des Gemeinderats aus den Jahren 2016 und 2017 wörtlich auf für den 23. Februar 2018 zu übernehmen. Darin heißt es unter anderem: „Wir setzen uns kritisch mit unserer Geschichte auseinander und schärfen unsere Sinne für unfriedliche und demokratiefeindliche Tendenzen.“ Namens der AfD verteidigte Waldemar Birkle die Enthaltung seiner Fraktion: Der Appell des Gemeinderats sei eine „moralische Belehrung in eine bestimmte politische Richtung“.

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