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Aussprache am Redaktionstisch nach einer anhaltenden öffentlichen Grundsatzdebatte um die Wirtschaftsförderung (von rechts): WSP-Direktor Oliver Reitz und OB Peter Boch im Gespräch mit den PZ-Verlegern Albert Esslinger-Kiefer und Thomas Satinsky sowie der Leiterin des Stadtressorts, Bärbel Schierling, und deren Stellvertreter Claudius Erb. Meyer

OB Boch stärkt Pforzheims WSP-Chef den Rücken - und hält Kritik an Reitz für völlig unangebracht

Pforzheim. Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch hält die anhaltende öffentliche Kritik an WSP-Direktor Oliver Reitz für völlig unangebracht. Ruhe soll einkehren, zumal Themen wie die Outlet-Pläne fürs Brötzinger Tal Kräfte binden.

Dass der städtische Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) seit Tagen in der öffentlichen Kritik steht, kommt für Oberbürgermeister Peter Boch und WSP-Direktor Oliver Reitz zur Unzeit. Die Mitte der Woche publik gewordenen Pläne für ein Outlet-Center im Brötzinger Tal schlagen Wellen und wecken Emotionen, die von Euphorie bis zur Sorge um die Stadt sowie deren City und Infrastruktur reichen. Im PZ-Gespräch betonen Boch wie Reitz gebetsmühlenartig: Fix ist hier noch lange nichts. Viel Arbeit auf lokaler, aber auch auf überregionaler Ebene ist zu leisten, um die Machbarkeit auszuloten. Da sollen die WSP-Querelen schnellstmöglich vom Tisch. Demonstrativ stärkt der OB im PZ-Gepräch seinem obersten Wirtschaftsförderer den Rücken, stellt sich vor dessen „hervorragende Mitarbeiter“. Kommende Woche werde er im Zuge einer Personalversammlung zeigen: „Wir stehen zu unserem WSP“, so Boch.

Der Auslöser der Debatte, der in der Stadtpolitik, in der Geschäftswelt und in der Bürgerschaft rasch auch grundsätzliche Fragen zum WSP und dessen Leitung aufwarf, ist in Bochs Augen eine einzeln zu betrachtende Personalie und „nicht dieser Aufreger“. Wie berichtet, hatten der erst im September als Chef fürs Standort- und Kongressmarketing zum WSP gewechselte frühere Karlsruher Citymanager Sascha Binoth und die Stadtverwaltung unterschiedliche Auffassungen zur Umsetzung künftiger Aufgaben. „Beide Vertragsparteien haben sich verständigt und gehen im Guten auseinander“ sagt Boch – ein „offener und normaler Vorgang“.

„Wenn es um so eine exponierte Stellung geht, war klar, dass Fragen aufkommen“, sagt Reitz. Das Einzige, was ihm wirklich Sorgen bereite, seien Vorwürfe von außen, im WSP herrsche ein harscher Ton, fehle der konstruktive Austausch. „Darüber schüttelt bei uns im Haus jeder nur den Kopf“, so Reitz. Natürlich trage er Verantwortung, müsse Entscheidungen treffen, stehe deshalb „stark unter Beobachtung“. Doch aus seinem Team werde ihm ein „sehr gutes Arbeitsklima“ bestätigt, er erhalte „Rückendeckung aus dem politischen Raum und der Unternehmerschaft“.

„Es geht immer um meine Mitarbeiter“, sagt Boch, der hervorhebt, dass er von der anhaltenden Debatte „nicht begeistert“ sei. Der städtische Personalrat habe nachgebohrt, die Vorwürfe seien „nirgendwo bestätigt“ worden. Es werde definitiv „keine Veränderungen an den Strukturen“ geben, sagt Boch.

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