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OB Gert Hager hat den Materplan für Pforzheim.
OB Gert Hager hat den Materplan für Pforzheim © Seibel
14.10.2010

OB Gert Hager hat den Masterplan für Pforzheim

PFORZHEIM. Zum genauen zeitlichen Ablauf des so genannten Masterplans für Pforzheim will OB Gert Hager noch nichts sagen – nur so viel: Ende Januar oder Anfang Februar soll eine Bürgerversammlung den Auftakt bilden.

Pläne, Pforzheim voranzubringen, gab es auch in der Vergangenheit – aber meist parallel, der Anfangsschwung verpuffte. Das soll diesmal nicht passieren. Kräfte sollen gebündelt und Ressourcen gezielt genutzt werden: Sachverstand, Bürgerwillen und Bürgerbeteiligung. Deshalb zerbrach sich die Verwaltung Gedanken den Kopf über einen so genannten Masterplan. Und der Gemeinderat zog nach einer Klausurtagung in Altensteig mit. Darum wirbt Oberbürgermeister nun auch in der Öffentlichkeit.

Den Beginn machte Hager am Mittwochabend im „Ratskeller“ vor gut 80 Zuhörern. Eingeladen hatte der Verein „Pforzheim mitgestalten“. Hager referierte nicht nur, sondern gab durch Frage- und Antwortrunden einen Vorgeschmack auf das, wie er sich die Goldstadt in den nächsten zwei, fünf, zehn, 15 Jahren vorstellt – die schrittweise Wirklichkeit werdende Vision einer sich zum positiven entwickelnden Stadt, in der die Bürger sich gezielt einbringen sollen.
Sechs Handlungsfelder

Die Leitpfosten sind eingerammt. Strategische Handlungsfelder sind Wirtschaft, Arbeit Finanzen; Straßenbild und Wohnen; Bildung und Entwicklungschancen; Miteinander und Teilhabe; Natur und Kultur sowie Mobilität.
Hager betonte, die Umsetzung brauche Zeit. „Warum zwei Jahre, um sich klar zu machen, was man will und wohin man will?“, fragte der Vorsitzende des Vereins, Peter Wagner, Geschäftsführer des Reiseunternehmens Eberhardt. „Weil das nicht holterdipolter geht und es Zeit braucht, die Vorhaben auch nach außen zu kommunizieren“, erwiderte Hager. Da klingelte bei jedem das Wort „Stuttgart 21“ im Ohr. Im übrigen heiße dies nicht, dass in den nächsten zwei Jahren nichts angepackt werde. Unterstützung erhielt er dabei von Stadträtin Monika Descharmes (FDP). Hager will im Augenblick nichts Konkretes sagen zum genauen zeitlichen Ablauf – damit befasst sich der Gemeinderat bei seiner Sitzung am 10. November –, versprach aber: Ende Januar oder Anfang Februar werde eine Bürgerversammlung den Auftakt bilden zu einem Prozess, der Pforzheim ebenso wieder in die Erfolgsspur bringen soll wie die Vorbilder auf diesem Gebiet: Karlsruhe und Ludwigsburg.
Keine Antwort schuldig geblieben

Wie sieht es mit einer Stadtbahn durch die Innenstadt aus? Wozu in Zeiten knapper Kassen ein Kreativ-Zentrum und ein zentraler Omnibusbahnhof? Wo bleibt das Thema Integration? Fragen, die Hager nicht unbeantwortet ließ. Kreativzentrum: Ein klares Bekenntnis zu einem boomenden Wirtschaftszweig. Integration: unerlässlicher Bestandteil vieler Handlungsfelder und nicht isoliert zu betrachten. Omnibusbahnhof: Endlich eine zentrale Ankunfts- und Umsteigestation statt verkehrstechnischer Flickenteppiche. Stadtbahn: Noch in diesem Jahr werde eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Hagers Haltung ist klar – nicht durch das Herz der City wegen des Innenstadtrings. Die Diskussion hat begonnen, und niemand freut sich mehr darüber als der OB. Hatte er doch im Wahlkampf versprochen: „Pforzheim kann mehr. Machen.“

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