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Zeichnete beim städtischen Neujahrsempfang im CCP einen nicht ganz leichten Weg in die Zukunft der Stadt Pforzheim: Oberbürgermeister Gert Hager (rechts).  © Ketterl
Mitreißend: Franziska Tiedtke vom Ensemble des Stadttheaters begeistert nicht nur die Polit-Prominenz in der ersten Reihe. Foto: Ketterl
OB Gert Hager appelliert, den beschrittenen Weg weiterzugehen. Foto: Ketterl
Sonja Drollinger vom Kulturhaus Osterfeld überreichte den Jungbürgern Julian Wendlinger und Valentin Jung (von links) ihre Gutscheine. Foto: Ketterl
Im Anschluss an Ansprachen und Ehrungen gibt es Butterbrezeln, Hefezopf und Antikalkoholisches im Foyer des CCP. Foto: Ketterl
Sabine Hager, Stefan Böringer, Daniel Herrmanns, Maike Gritz, Gert Hager und Tim Schneider (von links) setzen auf ein gutes Jahr 2017. Foto: Ketterl
08.01.2017

OB Gert Hager wirbt beim Neujahrsempfang für Unterstützung

Beim städtischen Neujahrsempfang wirbt Oberbürgermeister Gert Hager um Unterstützung für einen nicht ganz leichten Weg in die Zukunft. Es gab drei Bürgermedaillen für ehrenamtliches Engagement für Brigitte Walter, Gerhard Heinzmann und Robert Weiß.

Bildergalerie: Pforzheimer Neujahrsempfang: OB hofft auf Mitmacher

Zeichnete beim städtischen Neujahrsempfang im CCP einen nicht ganz leichten Weg in die Zukunft der Stadt Pforzheim: Oberbürgermeister Gert Hager (rechts). 

Positiver Ausblick beim Neujahrsempfang in Pforzheim

Man habe „schon eine gute Wegstrecke geschafft“ – wenn man diesen Weg „gemeinsam“ weitergehe, werde es „mit unserer Stadt stetig vorwärts gehen“. Zwar hatte Oberbürgermeister Gert Hager schon vor seiner Rede beim Neujahrsempfang die Luft herausgenommen, ob er noch einmal kandidieren werde. Doch am Sonntag machte er im CongressCentrum (bevor er Brigitte Walter, Gerhard Heinzmann und Robert Weiß die Bürgermedaille überreichte) vor rund 1600 Bürgern klar, dass seine erste Amtszeit nur eine Etappenziel sei. Genauer gesagt: eine Kombination mehrerer Eckpfeiler in Verbindung mit der Neudefinition der Marke „Goldstadt“.

Wirtschaftliche Entwicklung: In den vergangenen sieben, acht Jahren sei die Anzahl der Unternehmen gestiegen – und damit die Zahl der Arbeitsplätze: von 48 000 (2009) auf 56 000 (2016). Die Arbeitslosigkeit sei auf derzeit 6,4 Prozent gesunken. Pforzheim sei die am stärksten wachsende Kommune des Landes. Chance: potenziell mehr Fachkräfte. Schlecht für die Stadtfinanzen: überproportional viele Menschen, die die Stadt mehr Geld kosten, als dass sie in Form von Steuereinnahmen und Kaufkraft Geld in die klammen Kassen spülen.

Integration: Es gehe ums „Fördern – und Fordern“. Den „Willigen unter unseren Neubürgern“ müsse die Bürgerschaft offen gegenübertreten. Hager dankte an dieser Stelle den vielen Ehrenamtlichen, die sich – nicht nur für Zugewanderte – engagiert einsetzten. Der OB appellierte an Migranten, schnellstmöglich die deutsche Sprache zu erlernen sowie „unsere Kultur und Werte ohne Wenn und Aber“ anzunehmen.

Wohnungsbau: Zuzug von Firmen bedeute die Ausweisung neuer Gewerbegebiete – Zuzug von Neubürgern bedeute neue Baugebiete (wie „Kurzes Gewann“, „Langes Gewann“ und „Obere Lehen“), aber auch geförderten Wohnungsbau. Derzeit werde in der Verwaltung ein Wohnbaukonzept erarbeitet, das „alle Facetten des Wohnungsbaus in den Blick“ nehme.

Sicherheit und Sauberkeit: Ein „gutes subjektives Sicherheits- und Sauberkeitsempfinden“ trage eindeutig „zu einem positiven Lebensgefühl bei“. Und nur wer dieses besitze, könne seiner Stadt gegenüber positiv eingestellt sein. Ängste der Bevölkerung müssten ernstgenommen und diskutiert werden. Hager sprach von einem „Gesamtkonzept“ – das „natürlich Geld kosten“ werde.

Entwicklung der Innenstadt: Es gehe – Stichwort „Innenstadt Ost“ – keineswegs um „Prestigeobjekte, wie regelmäßig von politisch interessierter Seite behauptet“ werde. Im Frühsommer werde man nach Abschluss der zweiten „Dialogphase“ den Bürgern die verbleibenden Architektenmodelle präsentieren – womit das „sehr abstrakte Diskutieren“ endlich in ein „offenes Gespräch“ übergehen könne. Aktuell werde die Neugestaltung der Fußgängerzone geplant und 2018 realisiert.

Bildung und Betreuung: Die noch fehlenden Schulgebäude auf der Sanierungsliste werde man „ebenso systematisch angehen wie die bisher schon erfolgreich renovierten Schulen“. Bei der Kinderbetreuung würden in den nächsten beiden Jahren knapp 600 Plätze mehr geschaffen. Hager: „Damit wäre der Mangel dann zum großen Teil beseitigt.“

Neudefinition von „Goldstadt“: Schmuck und Uhren – das gehöre zu Pforzheim (nicht von ungefähr gibt es das „Goldstadt- 250“-Jubiläum mit bisher eingeworbenen 2,4 Millionen Euro an Spenden und Sponsoring-Leistungen). Genauso gehöre dazu Design und Präzisionstechnik. Dies solle künftig zum „unverwechselbaren Markenkern“ Pforzheims werden.

Umrahmt wurde der Neujahrsempfang vom Goldstadtfanfarenzug unter der Leitung von Michael Bonnet im Vorfeld vor dem CongressCentrum und der Badischen Philharmonie mit Kapellmeister Tobias Leppert sowie den Solisten des Theaters Franziska Tiedtke und Johannes Strauß. Der Spendenerlös kommt der Telefonseelsorge zugute.